Einvernehmliche Trennung wegen unterschiedlicher Auffassungen über Unternehmenskurs
Draxler löst Obermeier auf RHI-Chefsessel ab

Die RHI AG hat am Donnerstag in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung ein neues Führungsteam installiert. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik verlasse der bisherige RHI-Vorstandsvorsitzende Georg Obermeier das Unternehmen einvernehmlich, teilte RHI mit. Neu in den Vorstand einziehen werden den Angaben zufolge Helmut Draxler als Generaldirektor und Eduard Zehetner als Finanzchef.

Reuters WIEN. Die beiden Vorstände Andreas Meier und Roland Platzer würden Kontinuität im neuen Vorstandsteam garantieren. Bis zum Eintritt von Draxler sei Meier Sprecher des Vorstandes.

Draxler, der ab 14. Januar 2002 RHI vorstehen werde, hatte acht Jahre die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als Vorstandsvorsitzender geleitet. Zehetner ist Geschäftsführer der Jet2Web Internet Services AG, einer Tochter der Telekom Austria AG. Die Bestellung Zehetners mit Wirkung 1. Dezember 2001 erfolgte unter der Voraussetzung, dass eine einvernehmliche Auflösung seines derzeit bestehenden Dienstvertrages zustande kommt, so RHI.

Obermeier verlasse RHI sofort, hieß es auf Anfrage. Er werde dem Aufsichtsrat als Konsulent in Fragen strategischer Partnerschaften zur Verfügung stehen.

RHI hatten bereits im Vorfeld des erwarten Austauschs der RHI-Führung deutlich zugelegt und lagen zuletzt bei 6,75 (5,70) Euro. Seit Jahresbeginn haben sie mehr als 67 % an Wert verloren, der ATX hat knapp zwei Prozent abgegeben.

RHI sind in den vergangenen Wochen an der Wiener Börse dramatisch eingebrochen. Nachdem das Unternehmen zunächst wegen der angespannten Liquiditätslage und der enttäuschenden Performance zum Halbjahr deutlich an Terrain verloren hatte, räumte Obermeier Anfang dieser Woche gegenüber Reuters erstmals ein, dass Asbestklagen in den USA ein Problem darstellen würden. Gestern hatte Obermeier angekündigt, dass sich RHI von 14 Werken in den USA trennen wolle. Angaben dazu wurden am Freitag in der RHI-Aussendung nicht gemacht.

In Amerika stehe RHI vor der Herausforderung, die Probleme zu lösen, hieß es. Die Banken hätten die Finanzierung zugesichert, so RHI.

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