Einwanderung, Wirtschaftsbeziehungen und Drogenbekämpfung sind Gesprächsthemen
US-Präsident fährt nach Mexiko

dpa LEON/MEXIKO. Der neue amerikanische Präsident George W. Bush hat am Freitag bei seiner ersten Auslandsreise das Nachbarland Mexiko besucht. Mit der Wahl des Reiseziels wollte Bush das wachsende Gewicht des südlichen Nachbarlandes unterstreichen. Bei den Gesprächen mit seinem Amtskollegen Vicente Fox auf dessen Ranch in der Nähe von Leon (400 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt) ging es um verschiedene bilaterale Themen wie die Einwanderungsfrage, die Wirtschaftsbeziehungen und die Drogenbekämpfung.

Es war das erste Mal, dass ein neuer US-Präsident Mexiko zum Ziel seiner ersten Auslandsreise gewählt hatte. Schon im Wahlkampf hatte Bush bekräftigt, dem eigenen Kontinent und hier besonders Lateinamerika mehr Aufmerksamkeit widmen zu wollen. Fox, der im vorigen Jahr als erster Oppositionspolitiker eine Präsidentenwahl gewonnen hatte und sein Amt am 1. Dezember antrat, ist ebenfalls an noch engeren Beziehungen zum nördlichen Nachbarn interessiert.

Vorschlag: Freihandelszone in Binnenmarkt umwandeln

Fox hat vorgeschlagen, die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA - USA, Mexiko, Kanada) mittelfristig in einen Binnenmarkt nach europäischem Vorbild mit Freizügigkeit für alle Arbeitnehmer umzuwandeln. Diese Idee stieß aber bei den nördlichen Nachbarn auf wenig Gegenliebe. Führende US-Politiker wie der Senator Phil Gramm hatten in den vergangenen Tagen jedoch ein reguläres Gastarbeiter-Programm vorgeschlagen, um das Problem der illegalen Zuwanderung zu entschärfen.

Bei dem Treffen am Freitag wollte Fox Bush um eine Amnestie für 700 000 von der Abschiebung bedrohte Landsleute in den USA bitten. Insgesamt leben nach mexikanischen Schätzungen rund 20 Mill. Mexikaner oder mexikanischstämmige US-Bürger in den USA. Mindestens drei Mill. halten sich dort illegal auf. Insgesamt 369 Menschen sind im vorigen Jahr bei dem Versuch, unbemerkt die Grenze nach Norden zu überqueren, ums Leben gekommen.

Die mexikanische Seite wollte außerdem erreichen, dass der so genannte Zertifizierungsprozess bei der Drogenbekämpfung abgeschafft wird. Nach diesem Verfahren vergeben die USA jedes Jahr Noten an einzelne Länder für ihre Bemühungen bei der Drogenbekämpfung und drohen bei Nichterfüllung der Kriterien mit Sanktionen. Die Lateinamerikaner kritisieren diese Vorgehensweise als einseitig und wollen sie durch multilaterale Mechanismen ersetzen.

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