Einwurf: Thon
Mach's noch einmal, Micha!

Olaf Thon sieht in der Leistung der Deutschen gegen Lettland einen Rückfall in alte Gewohnheiten. Vor allem der Sturm bekommt in der Analyse des Weltmeisters sein Fett weg. Trotzdem hält er die Völler-Buben im K.o-Spiel gegen Tschechien nicht für chancenlos - eine taktische Umstellung vorausgesetzt.

Liebe Fußballfreunde,

vor Überraschungen ist man bei der deutschen Mannschaft offensichtlich nicht gefeit. Das Spiel unserer Mannschaft gegen Lettand habe ich mit Kollegen und Freunden der Victoria-Versicherung, dem Hauptsponsor von Schalke 04, gesehen. Vor dem Match haben wir getippt, wie das Spiel ausgeht - ein 0:0 war nicht dabei.

Für mich war das, was ich gesehen habe, wieder ein Rückfall in alte Gewohnheiten. Hatte ich beim Spiel gegen Holland noch große Hoffnungen in das Potenzial der deutschen Mannschaft, so wurde ich gegen Lettland eines besseren belehrt.

Hier wurde wieder einmal ganz deutlich: Wir sind nicht in der Lage ein Spiel zu machen. Dazu fehlen uns offenbar die Möglichkeiten, obwohl ich in dieser Hinsicht auf Michael Ballack gesetzt habe, der nach einem starken Spiel gegen Oranje gegen Lettland leider untertauchte. Von unserem so genannten Sturm möchte ich nicht reden. Unsere Angreifer kamen gegen die aufopferungsgsvoll kämpfenden Balten immer einen Schritt zu spät - das sagt eigentlich schon alles über die Qualitäten dieser "Attacke"-Abteilung.

Möglicherweise wäre Rudi Völler besser beraten gewesen unsere jungen Wilden Lukas Podolski und Sebastian Schweinsteiger von Beginn an einzusetzen. Vielleicht hätten sie mit ihrer jugendlichen Unbekümmertheit für mehr Wirbel im Spiel gesorgt. Aber nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Der einzige Mannschaftsteil, dem ich Normalform attestieren möchte, ist die Abwehr. Sie hat sich noch beachtlich aus der Affäre gegen die Letten gezogen.

Vergleiche ich die Spiele der anderen Mannschaften mit denen der Deutschen, so muss ich leider sagen: Wir spielen eine Klasse schlechter als zum Beispiel die Franzosen, die Schweden oder die Tschechen. Was diese Teams besonders auszeichnet: Sie alle verfügen über herausragende Fußballer-Persönlichkeiten. Bei den Franzosen ist es Zidane, die Schweden haben Ibrahimovic und einen Larsson aufzubieten, bei den Tschechen spielt Nedved alles in Grund und Boden und bei den Italienern glänzt del Piero.

Bei uns ist von solchen Spielerpersönlichkeiten weit und breit nichts zu sehen. Alleine Ballack traue ich es zu, noch groß bei diesem Turnier aufzutrumpfen - aber er sollte langsam einmal damit anfangen ... Also: Mach's noch einmal wie bei der WM 2002, Micha!

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