Einwurf: Thon
Von wegen chancenlos

Olaf Thon glaubt das Rezept für ein erfolgreiches Abschneiden der deutschen Mannschaft gegen die Niederlande zu kennen. Für den Weltmeister für 1990 ist zudem bereits nach den ersten Gruppenspielen klar: Bei dieser Fußball-EM kann jeder jeden schlagen.

Liebe Fußball-Freunde,

glauben Sie mir: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im Match gegen die Niederlande nur eine Chance, wenn sie defensiv ausgerichtet ins Spiel geht. Und defensiv heißt für mich, dass wir mit einer Vierer-Kette in der Abwehr antreten. Für die notwendige Sicherheit in der Abwehr sollten Arne Fiedrich, Christian Wörns, Jens Nowottny und Philip Lahm sorgen. Wobei ich mich aber schon frage: Wie fit ist eigentlich Nowottny? Aber warten wir ab.

Im Mittelfeld sind für mich Dietmar Hamann, Thorsten Frings, Bernd Schneider und Michael Ballack, der aus der Tiefe des Raums kommen muss, gesetzt. Wenn wir schon bei unserem Mittelfeldakteuren sind, muss ich doch an dieser Stelle Franz Beckenbauer widersprechen. Der hält nämlich unsere Männer um Ballack für genauso stark wie das französische Mittelfeld. Das sehe ich nicht so: Aber vielleicht weiß der Franz wieder einmal mehr als wir anderen.

Dass ich mich im Sturm für Kevin Kuranyi und Miroslav Klose entscheide, wird Sie möglicherweise überraschen. Aber ich sehe gegen die spielstarken Holländer nur die Möglichkeit, sie bei Standardsituationen und mit Kontern zu überraschen. Klose und Kuranyi sind beide schnelle Stürmer auch ausgesprochen kopfballstark - sie passen also gut zu einer taktischen Variante, die auf eine kontrollierte Defensive setzt und bei Standards oder Kontern den Gegner überraschen will.

Viel diskutiert wurde in der letzten Zeit auch über die Jung-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski. Es gibt nicht wenige Experten, die die beiden gerne in der Anfangsformation sehen würden. Ich kann davon nur abraten. Beide müssen erst einmal auf hoher internationaler Ebene beweisen, dass sie das Zeug haben, hier spielerisch mitzuhalten. Soweit sind Schweinsteiger und Podolski aber noch nicht. Sie gehören zwar berechtigterweise zu den 23 besten deutschen Fußballern, aber sie müssen noch lernen.

Was uns gegen das Oranje-Team vielleicht noch zum Vorteil gereicht, ist der Umstand, dass die Niederländer, glaubt man den öffentlichen Verlautbarungen, ein zerstrittenes Team sind und sogar den Trainer Advocaat zur Diskussion stellen. Das ist sicher ein Manko, was sie anfällig macht. So oder so: Chancenlos ist das DFB-Team meines Erachtens jedenfalls nicht.

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