Einzelhändler verbucht Umsatzminus
Kaufzurückhaltung trifft Karstadt-Quelle hart

Europas größter Warenhauskonzern KarstadtQuelle hat angesichts der Flaute im deutschen Einzelhandel in den ersten drei Monaten 2002 einen spürbaren Umsatzrückgang verbucht.

Reuters ESSEN. Im ersten Quartal sei der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent zurückgegangen, teilte KarstadtQuelle mit, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Bezogen auf die ersten vier Monate sei der Umsatz binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent rückläufig gewesen.

"Es ist derzeit nicht absehbar, ob es sich hierbei um einen temporären Effekt oder eine anhaltende Veränderung des Verbraucherverhaltens handelt", erklärte das Unternehmen. Insgesamt leide der deutsche Einzelhandel seit Jahresbeginn unter einer "massiven Kaufzurückhaltung" der Konsumenten.

Das Jahr 2001 schloss der Konzern dagegen mit einer Umsatz- und Gewinnsteigerung ab. Die Dividende soll deshalb auf 0,71 Euro von 0,67 Euro erhöht werden.

KarstadtQuelle erhöhte seinen Umsatz um vier Prozent von 15,4 auf 16,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern (Ebit) nach IAS-Bilanzierung ist von 238 auf 333 Millionen Euro gestiegen. Nach HGB-Bilanzierung habe sich das Vorsteuerergebnis um 26 Prozent auf 344 Millionen Euro erhöht.

Um dem Umsatzrückgang zum Jahresanfang 2002 zu begegnen, habe das Management ein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung geschnürt. "Alle Kosten stehen auf dem Prüfstand", sagte ein Unternehmenssprecher. Teil des Pakets sei die bereits mitgeteilte Halbierung freiwilliger Zulagen an die Mitarbeiter. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Der Einzelhandelsverband HDE hatte Anfang April einen Umsatzrückgang zwischen drei und vier Prozent im ersten Quartal für die Branche prognostiziert. Der Berliner Verband befürchtet angesichts der anhaltenden Konsumflaute zudem die Pleite von rund 15.000 Geschäften und damit den Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen.

Auch das Bielefelder Handelsunternehmen AVA hatte Ende April mitgeteilt, der Start in das Geschäftsjahr sei von einer ausgeprägten Konsumzurückhaltung geprägt gewesen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Beim weltweit fünftgrößten Handelskonzern Metro konnte nur das starke Auslandswachstum im ersten Quartal die Einbußen im Inland ausgleichen. Während bei Metro die Erlöse in Deutschland um 1,5 Prozent zurückgingen, erhöhte sich der Auslandsumsatz in den ersten drei Monaten zum Vorjahreszeitraum um fast 15 Prozent.

Trotz der gestiegenen Erlöse hatte Metro jedoch im traditionell eher mäßigen Auftaktquartal überraschend einen Verlust ausgewiesen.

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