Einzelhändler will gezielt Kosten sparen
Ahold erwartet Gewinneinbruch

Der weltweit drittgrößte Einzelhändler, die niederländische Ahold NV, hat seinen Gewinnausblick für 2002 gesenkt. Im dritten Quartal ging der Gewinn nach Angaben des Unternehmens vor allem wegen eines schwachen Südamerika-Geschäfts deutlich zurück.

Reuters AMSTERDAM. Der Gewinn je Aktie werde im Gesamtjahr im Vergleich zu 2001 um sechs bis acht Prozent fallen und nicht - wie zuvor prognostiziert - um bis zu acht Prozent steigen, teilte Ahold am Dienstag mit. Den vorläufigen Ausblick für 2003 über ein "respektables" Gewinnwachstum sowie ein organisches Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent behielt das niederländische Unternehmen indes bei.

Analysten bezeichneten die Revision der Prognose zwar als deutlich, aber bereits im Kurs berücksichtigt. Nachdem Ahold-Aktien zeitweise bis zu sechs Prozent verloren hatten, notierten sie am Nachmittag 0,7 tiefer bei 11,62 Euro.

Für das dritte Quartal gab Ahold einen Rückgang des Nettogewinns von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 257,6 Millionen Euro bekannt. "In vielerlei Hinsicht ist 2002 kein glückliches Jahr für uns gewesen. Es gab viele Enttäuschungen, die aus unterschiedlichen Richtungen kamen, ganz besonders aus Südamerika", teilte Ahold-Chef Cees van der Hoeven mit. Er verwies unter anderem auf Wechselkursverluste und den Zahlungsausfall beim ehemaligen argentinischen Partnerunternehmen Velox.

Analysten verwiesen jedoch darauf, dass die Ertragsbasis in den USA unverändert gut sei und die Prognosesenkung diese nicht nicht betreffe. "Das US-Ergebnis war sehr stark, sie haben dort gute Beteiligungen, und die Leute hatten eigentlich dort eine Gewinnwarnung erwartet", sagte Analyst Mark Wasilewski von ABN Amro, der Ahold mit "Kaufen" bewertet. Nachdem Ahold am Vortag den Veröffentlichungstermin vorgezogen hatte, hatte es am Markt Spekulationen um eine mögliche drastische Prognosesenkung gegeben.

Der konzernweite Umsatz stieg den Angaben zufolge um 5,8 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Mit Blick auf Marktspekulationen über ein vorzeitiges Ausscheiden aus seinem Amt sagte van der Hoeven dem Fernsehsender CNBC am Dienstag, dass er bereits einer Anfrage des Aufsichtsrats zugestimmt habe, weitere fünf bis sieben Jahre auf seinem Posten zu bleiben. Ahold hatte die Anleger im zweiten Quartal enttäuscht, als das Unternehmen zum ersten Mal in fast 30 Jahren einen Nettoverlust ausgewiesen hatte. Dabei war besonders Unternehmenschef van der Hoeven unter Druck geraten.

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