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Einzelhandel hofft auf das Weihnachtsgeschäft

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Einzelhandel hofft trotz gestiegener Energiepreise auf ein besseres aktuelles Weihnachtsgeschäft als vor Jahresfrist, während das Umsatzplus für das Gesamtjahr 2001 voraussichtlich hinter dem Wachstum dieses Jahres zurückbleiben wird. Im derzeit laufenden Weihnachtsgeschäft würden mit 27 Mrd. DM etwa 600 Mill. DM mehr als im Vorjahr umgesetzt, obwohl man mit dem bisherigen Verlauf noch unzufrieden sei, sagte Walter Deuss, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe (BAG) des Einzelhandels, am Dienstag in Frankfurt. In Gesamtjahr 2000 werde der Umsatz damit um etwa 2,5 % auf rund 740 Mrd. DM ansteigen. Für 2001 werde aber nur noch ein Zuwachs von kaum mehr als zwei Prozent erwartet. Pläne, das Rabattgesetz abzuschaffen, begrüsste Deuss und bekräftige Forderungen nach längeren Ladenöffnungszeiten.

Nach den Worten von Deuss erzielte der Handel im engeren Sinne, also ohne den Handel mit Autos, Brennstoffen und Apotheken, in den ersten neun Monaten 2000 ein nominales Umsatzwachstum von 2,8 % und real von 2,6 %. Zu der vom Sachverständigenrat für 2001 vorausgesagten Belebung des privaten Verbrauchs sagte Deuss: "Wir hören diese Botschaft gerne, doch nicht ohne jeden Zweifel." Den Optimismus der Branche dämpfen würden vor allem die anziehenden Energiepreise, die tiefe Spuren in den Geldbörsen der Verbraucher hinterlassen hätten. Im Oktober, aber auch im November seien die Umsätze des Vorjahres nicht erreicht worden.

Für Abschaffung des Rabattgesetzes

"Nun ruhen unsere Hoffnungen auf dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft", sagte Deuss, der im Spätsommer nach 18 Jahren den Chefsessel von Europas größtem Waren- und Versandhauskonzern KarstadtQuelle> KarstadtQuelle> räumen musste. Entgegen bisheriger Umfragen seien bislang die Erwartungen nicht voll erfüllt worden. Wegen des schönen Wetters seien viele Verbraucher lieber über die Weihnachtsmärkte gebummelt statt einzukaufen. Gut verkauft hätten sich bisher vor allem Mobilfunktelefone, während der Verkauf von Wintertextilien wegen des warmen Wetters eher schleppend verlaufe.

Im Gegensatz zum Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) lobte Deuss die Pläne der Bundesregierung, das Rabattgesetz abzuschaffen. "Wir sind die einzigen auf der Welt, die so etwas noch haben und können diese Ausnahme nicht länger aufrechterhalten", sagte der BAG-Präsident. Die Streichung sei eine vernünftige Sache. Für den Verbraucher wie für den Handel würde die Streichung des Rabattgesetzes größere Spielräume bei der Preisverhandlung bedeuten. Bislang sind dem Gewähren von Preisnachlässen im Rabattgesetz erhebliche Grenzen gesetzt, wie etwa drei Prozent Preisnachlass bei Barzahlung. Die HDE hatte die Streichung des Rabattgesetzes kritisiert. Insbesondere kleinere und mittlere Betrieb müssten befürchteten, über die Einforderung größerer Rabatte noch stärker unter Druck zu kommen, hatte der HDE argumentiert.

Der BAG-Präsident erneute die Forderung nach einer Verlängerung der Ladenöffnungszeiten. Von Montags bis Freitags sollten die Geschäfte bis 22.00 Uhr offen sein, sagte er. Für den Handel besonders wichtig sei zudem, dass an Samstagen die Ladenschlusszeit auf 20.00 Uhr ausgedehnt werde. Für eine Sonntagsöffnung sehe der Handel hingegen keinen Bedarf.

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