Einzelhandels- und Computerwerte unter Druck
Schwacher Handelsstart

Die Wall Street startet am Freitag schwächer in den Handel. Enttäuschende Wirtschaftsdaten und gemischte Unternehmensmeldungen bewegen die Märkte. Während JDS Uniphase im vergangenen Geschäftsjahr den größten Verlust der Wirtschaftsgeschichte erwirtschaftete, geben Qualcomm und Verisign positive Prognosen für das laufende Quartal.

Vor allem Einzelhandels- und Computerwerte notieren im frühen Handel schwächer. Der Dow Jones Index verliert in den ersten Handelsminuten 0,5 Prozent an Wert. Kursverluste bei IBM, Microsoft und GM ziehen das Börsenbarometer ins Minus. Der Nasdaq Index notiert 0,35 Prozent in der Verlustzone. Neben Microsoft zählt JDS Uniphse zu den größten Verlierern.

Gleichzeitig bewegen die neuesten Wirtschaftsdaten die Märkte. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen. Dabei handelt es sich um den geringsten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts seit acht Jahren. Die Mehrheit der Experten hatte mit einem Anstieg von einem Prozent gerechnet. Vor allem sinkende Investitionen im Software- und Telekommunikationsbereich sowie rückläufige Konsumentenausgaben haben zu dem enttäuschenden Ergebnis geführt. Die US-Regierung korrigierte die Angaben zum Wirtschaftswachstums für das erste Quartal von 1,2 auf 1,3 Prozent nach oben. Da die US-Regierung jedoch die Kriterien zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukts geändert hat, ist das jüngste Ergebnis nicht einwandfrei mit den Ergebnissen der Vergangenheit zu vergleichen.

Ob die schlechten Nachrichten von Glasfaserkonzern JDS Uniphase den Markt heute besonders belasten werden, wird sich noch zeigen. Zwar präsentiert sich die Aktie als das am meisten gehandelte Papier und verliert über 14 Prozent an Wert. Doch die Konkurrenten Corning und Ciena geraten nicht unter verstärkten Angabedruck. Das Papier von Ciena notiert sogar leicht in der Gewinnzone. JDS Uniphase, der weltgrößte Hersteller von Glasfaserkomponenten hat im vierten Quartal den Verlust auf 7,89 Milliarden Dollar ausgeweitet. Der Fehlbetrag aus dem operativen Geschäft beläuft sich auf 477 Millionen Dollar oder 36 Cents pro Aktie. Analysten waren zuvor durchschnittlich von einem Gewinn in Höhe von drei Cents pro Aktie ausgegangen. Im Gesamtjahr hat das Glasfaserunternehmen einen Verlust von 50,6 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Damit weist JDS Uniphase den größten Verlust der Wirtschaftsgeschichte aus. Der Vorjahresverlust lag lediglich bei 905 Millionen Dollar. JDS Uniphase plant nun insgesamt 16 000 Mitarbeiter und damit zwei Drittel der Angestellten zu entlassen. Im ersten Halbjahr verließen bereits 9000 Mitarbeiter das Unternehmen.

Gute Nachrichten gibt es dagegen bei Qualcomm. Der Hersteller von Kommunikationskomponenten konnte Erwartungen der Analystengilde für das dritte Quartal mit einem Gewinn von 22 Cents um einen Cent schlagen. Doch ungemindert bleibt die Freude nicht. Das Ergebnis ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent zurück. Der Umsatz liegt mit 640 Millionen Dollar ebenfalls unter dem des Vorjahresquartals. Das Management führt das schwächere Ergebnis auf die schwache Nachfrage nach Telekommunikationschips zurück. Für das laufende Geschäftsquartal bestätigt Qualcomm die durchschnittlichen Analystenprognosen. Die Analysten von ABN Amro greifen der Aktie zudem unter die Arme und stufen das Papier auf "kaufen". Qualcomm gewinnt über sieben Prozent an Wert.

Für frischen Wind sorgen Amgens Quartalsdaten im Biotechnologiebereich. Das Unternehmen konnte die Analystenerwartungen für das vergangene Quartal mit einem Gewinn von 30 Cents um zwei Cents übertreffen. Doch reduziert das Management die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das laufende Quartal. Die Analysten von J.P. Morgan stufen die Aktie dennoch von "langfristig kaufen" auf "kaufen" herauf.

Cisco Systems meldet am Morgen die Übernahme von Allegro Systems, dem Hersteller von Virual Private Network (VPN) Technologie, mit der der Betrieb von Netzwerkplattformen gesichert werden soll. Aufgrund der steigenden Nachfrage will Cisco durch diesen Schritt seinen Bereich für Sicherheitssoftware ausbauen. Die Anleger scheinen jedoch nicht allzu erfreut. Die Aktie von Cisco verliert über 1,4 Prozent an Wert.

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