Einzelleistungen lassen aber noch zu wünschen übrig
Deutsche Sprinter träumen vom großen Coup

Ungewöhnlich positive Töne aus den Reihen der schnellsten Männer Deutschlands lassen aufhorchen: Die Durststrecke von 28 Jahren ohne Edelmetall bei Olympischen Spielen soll in Athen endlich zu Ende gehen.

HB LEIPZIG. Deutscher Rekord, Staffel-Medaille und Anerkennung: Als Team wollen Deutschlands Sprint-Asse sich in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit rücken. Durch den nur um 1/100 Sekunde verfehlten deutschen Rekord mit der 4x100-m-Staffel haben die lange von Erfolglosigkeit gebeutelten Sprinter an Selbstvertrauen gewonnen und wollen in Athen als erstes deutsches Quartett seit dem 2. Platz der DDR 1976 wieder auf dem Podest stehen. "Da wollen wir eine Medaille gewinnen und den deutschen Männer-Sprint nach vielen Jahren endlich mal wieder gut da stehen lassen", verkündete 100-m-Meister Ronny Ostwald (Köln).

Ohne den 30-jährigen Nestor des für die Spiele nominierten Sprint- Sextetts war die Staffel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am 17. Juli in Madrid mit 38,30 Sekunden auf Rang zwei der Jahresweltbestenliste gerannt. Nun soll der 22 Jahre alte Rekord von 38,29 Sekunden ausgelöscht werden. "Er wird mit Sicherheit in den nächsten Wochen fallen", sagte Bundestrainer Uwe Hakus in einem Interview mit dem Fachmagazin "Leichtathletik" und fügte an: "Man wird doch wohl spektakulär träumen dürfen. Ich habe die klare Philosophie: Warum sollen wir nicht unter 38 Sekunden, zum Beispiel 37,95 laufen?"

Bei der Generalprobe am Sonntag in München beim Länderkampf mit den USA und Frankreich steht eine solche Zeit jedoch noch nicht zur Debatte. 38,70 Sekunden sind dort das Ziel. Welche vier Sprinter jedoch den Stab um die Runde tragen werden, ist noch offen. Denn neben Marius Broening (Tübingen), Tobias Unger (Kornwestheim), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Till Helmke (Friedberg- Fauerbach), die in Madrid liefen, stehen auch noch Ostwald und der Schalker Sebastian Ernst parat. "Wir haben derzeit sechs fast gleichwertige Sprinter und da gehe ich nach dem Rotationsprinzip vor", erläuterte Hakus.

Während seine Schützlinge als Mannschaft bereits der Weltspitze sehr nahe kommen, hinken die Einzelleistungen noch hinterher. Mit 10,22 Sekunden liegen Kosenkow und Ostwald gemeinsam auf Rang elf der europäischen 100-m-Rangliste, Unger ist mit seinen 20,42 Sekunden als schnellster Deutscher über 200 m Fünfter. Hakus aber sieht vor allem wegen der Jugend seiner Sprinter mit den Jahrgängen 1977 bis 1984, aus denen nur Spätstarter Ostwald herausfällt, Steigerungspotenzial und gute Perspektiven. "Die jetzigen Sprinter sind fast alle jung oder wie Ronny Ostwald erst vier Jahre dabei und können bis Peking 2008 gehen", meinte der Sprint-Teamleiter.

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