Einzelne Schwergewichte fällt auf tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren
T-Aktie und Bayer ziehen Dax nach unten

Trotz einer ausgeglichenen Grundstimmung unter den Händlern belasteten gestern starke Kursverluste von Bayer und der Deutschen Telekom den Deutschen Aktienindex (Dax).

ut/pga/rez FRANKFURT/M. Zum Schluss er bei 5 614 Punkten mit 2,4 % im Minus. Dabei konnte fast die Hälfte der Dax-Werte Kursgewinne verzeichnen. Die schwache Tendenz setzte sich auch nach dem leichteren Start der US-Börsen fort.

Der Kurs der Bayer -Aktie ging steil nach unten, nachdem der Chemiekonzern ein wichtiges Medikament vom Markt nahm und gleichzeitig eine Gewinnwarnung herausgab. Bayer kündigte zudem die Überprüfung der Gesamtstrategie des Konzerns an. Der Kurs stand den ganzen Tag über unter Druck und brach um 17,2 % gegenüber dem Vortagswert ein.

Die Aktie der Deutschen Telekom konnte sich nicht von den Verlusten des Vortags erholen. Im Gegenteil: Der Kurs fiel zwischenzeitlich um rund 8 % auf 21,26 , den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren und lag zum Handelsende bei 21,33 . Gestern wollten offenbar auch viele professionelle Anleger das Papier los werden, nachdem am Dienstag die Deutsche Bank 44 Millionen T-Aktien für einen nicht genannten Auftraggeber platziert und den Titel damit unter Druck gesetzt hatte. Noch immer spekulieren Marktteilnehmer über den Verkäufer. Gerüchten zufolge könnte es sich um eine Zwischengesellschaft handeln, an die Voicestream-Großaktionär Hutchison noch im Mai die damals erlaubten 17,5 % seiner Anteile abgegeben hat. Auch Sonera hatte von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich vor der Voicestream- Übernahme durch die Telekom und dem Beginn der Verkaufssperre für Voicestream-Großaktionäre von 17,5 % seiner Anteile zu trennen.

Im Zuge der Bayer-Gewinnwarnung und einer Rückstufung verloren auch BASF um 2,6 %. Infineon verbilligten sich um 3,8 %. Händler begründeten dies mit der Herabstufung mehrerer Chip-Werte durch die Investmentbank Credit Suisse First Boston am Dienstag.

Auf der Gewinnerseite notierte die Aktie des Finanzdienstleisters MLP mit 2,3 % deutlich im Plus. Zeitweise lag der Kurs über der psychologisch wichtigen Marke von 100 . Händler bezeichneten den Anstieg als technische Gegenbewegung, weil keine neuen Nachrichten aus dem Unternehmen vorlagen.

Bei den Nebenwerten reagierten gestern Fraport, Beru und Salzgitter unterschiedlich auf die am späten Dienstagabend beschlossene Aufnahme in den MDax. Die drei Unternehmen nehmen - wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe schon berichtet - ab dem 24. September den Platz von Porsche, Spar und VCL Film+Medien ein.

Während der Kurs von Fraport mit 3,5 % deutlich gewinnen konnte, notierte Salzgitter mit einem Abschlag von rund 1 %. Der Beru-Kurs gab um 0,3 % nach. Die Aktie des Sportwagenherstellers Porsche zeigte sich vom Rauswurf aus dem Nebenwerte-Index unbeeindruckt. Die Papiere verteuerten sich um 1,5 % auf 406 .

Neben der neuen Zusammensetzung der Aktienindizes kündigte die Deutsche Börse auch eine umfassende Veränderung im SDax-Segment an. Der SDax-Auswahlindex soll von zur Zeit 100 auf 50 Werte verringert werden, um die Handelbarkeit zu optimieren. Diese Änderung soll zum 24. Juni 2002 gelten.

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