Einzelwerte werden profitieren
Biotechnologie-Sektor bietet Kaufgelegenheiten

Die seit Jahresbeginn kräftig unter Druck geratenen Biotechnologie-Aktien am Neuen Markt werden sich nach Analysten-Einschätzung 2001 deutlich besser entwickeln als der Gesamtmarkt.

Reuters FRANKFURT. Im Vergleich zu vielen Unternehmen am Frankfurter Wachstumssegment seien die meisten Biotechnologie-Firmen finanziell gut ausgestattet und verfügten über überdurchschnittliche Wachstumsraten, sagten Analysten.

Auftrieb könnte die Branche zudem durch eine Erholung der amerikanischen Biotechnologie-Aktien bekommen. Am Mittwoch notierte der Nemax Biotechnologie-Index über fünf Prozent im Plus bei 102 Punkten, während der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax-All-Share-Index vier Prozent auf 1 684 Zähler zulegte.

"Ein positives Abschneiden der US-Biotechs wird sicherlich auch die deutschen Biotechnologie-Aktien beflügeln", sagte DG Bank-Analyst Dirk Schlamp. "Allerdings wird im Gegensatz zum vergangenen Jahr nicht mehr automatisch der ganze Sektor, sondern vielmehr Einzelwerte stark profitieren", fügte er hinzu. Schlamp zufolge sind die Aussichten für die amerikanischen Biotechnologiewerte derzeit sehr günstig, da bei vielen Gesellschaften, darunter Amgen und Genentech

Juri Jenkner, Analyst bei Merck Finck, betonte, dass die Biotechnologie-Firmen im Vergleich zu anderen Neue Markt-Unternehmen über die am besten ausgebildeten Mitarbeiter und die größten Geldreserven verfügten. "Wir sehen für die Mehrheit der am Neuen Markt gelisteten Biotechnologie-Firmen in den nächsten drei Jahren keinerlei Finanzierungsprobleme." Zudem könnten sich die Biotechnologie-Unternehmen von Software- und Medienwerten durch die Einhaltung ihrer kurz- bis mittelfristig nicht zu ambitioniert angesetzten Geschäftsprognosen abheben, sagte Jenkner. "Die Biotechnologie-Aktien am Neuen Markt werden sich unserer Ansicht nach 2001 deutlich besser entwickeln als der Gesamtmarkt."

Gute Bewertungen für Medigene und Cybio

Jenkners Favoriten sind die Medigene AG und die in Jena ansässige Cybio AG. Die auf die Wirkstoff-Forschung spezialisierte MediGene AG verfüge mit dem Medikament Etomoxir über einen Verkaufsschlager (Blockbuster) mit einem Potenzial von mehr als 500 Mill. Euro und besitze weitere aussichtsreiche Produkte in fortgeschrittenen Zulassungsstadien. Die Aktie der Gesellschaft, die Anfang Januar noch 77,30 Euro kostete, sei derzeit mit rund 27 Euro deutlich unterbewertet und habe durchaus Spielraum bis 45 Euro.

Mehr als eine Verdopplung des gegenwärtigen Kursniveaus auf 100 Euro von derzeit rund 46 Euro ist für den Merck Finck-Analysten bei der Cybio-Aktie möglich. Mitte Januar wechselte das Papier noch für knapp 120 Euro den Besitzer. Der Titel des Technologie-Ausrüsters sei risikoärmer als die Aktien reiner Forschungs-Unternehmen, biete jedoch langfristig auch geringere Wachstumschancen, sagte Jenkner.



Marietta Miemietz, Analystin bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, empfiehlt Anlegern die Aktie der Macropore AG zum Kauf. "Die Aktie liegt derzeit deutlich unter ihrem fairen Wert von rund 22 Euro", sagte Miemietz und fügte hinzu, dass die auf absorbierbare Implantate zur Knochenheilung spezialisierte Gesellschaft über gute Vertriebspartner verfüge und hervorragend aufgestellt sei. Am Mittwoch notierte Macropore bei 6,80 Euro, nachdem der Titel Ende Januar noch rund 14 Euro gekostet hatte.

An den positiven Erfolgssaussichten der US-Biotechnologie-Aktien können Investoren laut DG Bank-Analyst Schlamp durch den Kauf der BB Biotech-Anteilsscheine partizipieren. Die Aktie des Unternehmens, das sich an vielversprechenden Medikamentenentwicklern beteilige, sei momentan unterbewertet. Am Mittwoch notierte die Aktie bei 84,50 Euro, Anfang des Jahres war der Titel noch 116,25 Euro wert gewesen.

Qiagen zu Unrecht abgestraft

Die Qiagen-Aktie empfiehlt Susanne Albrecht von der Bankgesellschaft Berlin zum Kauf. Das einzige profitabel arbeitende Biotechnologie-Unternehmen am Neuen Markt sei von den Anlegern zu Unrecht abgestraft worden und verfüge in seinem Geschäftsfeld über eine monopolartige Stellung, betonte Albrecht. Qiagen notierten am Mittwoch bei 25,00 Euro, nachdem sie Anfang 2001 noch knapp 40 Euro gekostet hatten.

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