Einzigartiges Engagement für Frieden und Menschenrechte
Jimmy Carter erhält Friedensnobelpreis

Das norwegische Nobelkomitee begründete die Vergabe am Freitag in Oslo mit dem Einsatz des 78- Jährigen bei der Lösung sozialer Probleme und der Förderung demokratischer Entwicklungen.

ddp OSLO/BERLIN. Den Friedensnobelpreis erhält in diesem Jahr der frühere US-Präsident Jimmy Carter. Der 78-Jährige bekommt die Ehrung nach Aussage des Nobelpreiskomitees vom Freitag für seinen unermüdlichen Einsatz, friedliche Lösungen für internationale Konflikte zu finden. Carter hatte während seiner Präsidentschaft von 1977 bis 1981 eine wichtige Vermittlerrolle im Konflikt zwischen Israel und Ägypten im Zuge der Friedensverhandlungen von Camp David eingenommen.

Nach Ansicht des Komitees qualifiziert bereits diese politische Leistung Carter für den Nobelpreis. Doch habe er sich auch nach seiner Amtszeit, als der Kalte Krieg noch andauerte, weiter für die Menschenrechte in der internationalen Politik eingesetzt.

Die Bundesregierung nahm die Auszeichnung des früheren US-Präsidenten mit Freude auf. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) begrüßte die Entscheidung des norwegischen Nobelpreiskomitees. Carter habe sich durch seine Vermittlungen in internationalen Konflikten verdient gemacht, betonte der Kanzler und drückte seine Freude darüber aus, dass die Bemühungen Carters nun mit dem Friedensnobelpreis eine würdige Anerkennung fänden. Auch Bundespräsident Johannes Rau gratulierte Carter. Viele Deutsche bewunderten "den Mut und die staatsmännische Weisheit", mit der Carter in seinem Einsatz für den Weltfrieden und die Menschenrechte oft unbequeme Wege gehe.

Auch der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) reagierte erfreut. Genscher übermittelte ein Glückwunschschreiben an Carter und würdigte "die große Entscheidung" des Nobelpreiskomitees. Genscher schrieb, sein alter Freund Jimmy Carter sei "die Verkörperung amerikanischer Freiheits- und Friedensgesinnung, amerikanischen Gerechtigkeitssinnes, des mutigen Eintretens für die Menschenrechte und für soziale Verantwortung".

Im vergangenen Jahr wurden die Vereinten Nationen und ihr Generalsekretär Kofi Annan mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Der erste Friedenspreis ging vor 101 Jahren an den Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, und den Gründer der französischen Friedensgesellschaft, Frédéric Passy.

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