Einzige Stütze sind Exporte
Stimmung in Japan bleibt pessimistisch

In der japanischen Wirtschaft herrscht trotz Erwartung eines Exportaufschwungs weiterhin überwiegend Pessimismus. Einzig die Großindustrie rechnet mit einer deutlichen Besserung der Lage, nachdem sich die Stimmung dort in den vergangenen drei Monaten nicht noch weiter verschlechtert hatte, wie aus dem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht der Bank von Japan hervorgeht.

dpa TOKIO. Während einige große Produktionsunternehmen zuversichtlich sind, nach harten Umstrukturierungen unter Arbeitsplatzabbau das Schlimmste hinter sich zu haben und von einer Exporterholung wieder deutliche Ertragszuwächse erwarten, bleiben die Aussichten für die Masse der kleineren Firmen düster. Der Tankan-Bericht der Zentralbank habe gezeigt, dass die Talsohle im vergangenen Quartal erreicht wurde, sagte Jesper Koll, Chefökonom beim US-Broker Merrill Lynch in Tokio.

Der Anstieg verlaufe jedoch sehr schwach und vor allem äußerst unausgeglichen. "Die Guten werden besser und die Schlechten schlechter", erklärte Koll. Der Konsens der alten "Japan AG", wonach es früher mit allen Unternehmen gleichzeitig wieder nach oben ging, gelte nun nicht mehr. Doch selbst wenn sich die japanische Wirtschaft zu erholen beginne, werde sie auch weiterhin von der Entwicklung der US-Wirtschaft abhängig bleiben, sagte ein anderer Analyst in Tokio.

"Wenn es mit den Exporten nicht wie erwartet läuft, dann bricht das ganze Szenario einer Erholung zusammen", sagte Shuji Shirota, Ökonom von Dresdner Kleinwort Wasserstein der Wirtschaftsagentur Bloomberg. An den strukturellen Krankheiten hat sich in Japan nichts geändert. Noch immer leidet die Wirtschaft unter den massiven Problemkrediten der Banken, während die Preise weiter fallen und der Konsum, der 60 % der Wirtschaftsleistung ausmacht, stagniert.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Aussichten auch bei einer vom Export gestützten Erholung für die kleineren Produktionsbetriebe weiter düster. Der Stimmungsindex der großen Produktionsfirmen dürfte sich dem Zentralbankbericht nach dagegen in den nächsten drei Monaten deutlich von minus 38 auf minus 27 verbessern, wenngleich der weiter negative Index bedeutet, dass die Mehrheit pessimistisch bleibt. Zugleich machten die Anpassungen der Lagerbestände Fortschritte.

Die Vorsteuergewinne im neuen Geschäftsjahr 2002/2003 (1. April) dürften demnach im Schnitt rasant um 36,8 % anziehen, nachdem sie im Vorjahr deutlich gesunken waren. Auf der anderen Seite wollen die großen Industrieunternehmen ihre Investitionen in Fabriken und Ausrüstungen im neuen Geschäftsjahr um 8,4 % drosseln, nachdem sie sie im Vorjahr bereits um 6,7 % zurückgefahren hatten. Auch die nicht verarbeitenden Firmen kürzen um 8,4 %. Die kleineren Firmen wollen die Ausgaben sogar noch erheblich stärker drosseln.

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