Eisbären verteidigen die Tabellenspitze
„Fröhliches Weihnachtskloppen" in Mannheim

Massenschlägerei, Strafen-Flut und erregte Gemüter - der letzte Spieltag vor Weihnachten hat der Deutschen Eishockey- Liga (DEL) eine schöne Bescherung geliefert. Im Verfolgerduell der 31. Runde am Sonntag zwischen Adler Mannheim und den DEG-Metro Stars herrschten nach einer Prügelei im zweiten Drittel und umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen skandalöse Zustände.

HB/dpa MÜNCHEN. "Der Unparteiische ist schuld. Er hatte das Spiel nicht im Griff", schimpfte der erzürnte Adler-Manager Marcus Kuhl über den Berliner Referee Frank Awizus, der in der denkwürdigen Partie mit insgesamt 277 Strafminuten für einen neuen Saison-Rekord sorgte.

Mit dem 4:2 (3:2, 0:0, 1:0)-Erfolg gegen die Düsseldorfer hielt Mannheim mit 64 Punkten Anschluss an das Spitzenduo aus Köln und Berlin. Durch das 4:3 (1:1, 1:2, 2:0) in Kassel konnten die Eisbären Berlin die Tabellenführung verteidigen. Dank eines Kraftakts im letzten Drittel sowie Toren von Sven Felski und John Gruden entrissen die Gäste den Kassel Huskies den fast schon sicher geglaubten Sieg. Der Konkurrent aus Köln landete gegen die Iserlohn Roosters beim 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) ebenfalls einen Arbeitssieg. Alex Hicks glänzte als zweifacher Torschütze der Haie. Das Team aus der Hauptstadt führt mit 67 Punkten auf Grund des besseren Torverhältnisses die Tabelle vor den punktgleichen Kölnern an.

Über einen überraschenden 3:0 (0:0, 0:0, 3:0)-Auswärtserfolg jubelten die Schwenninger Wild Wings und bescherten den Frankfurt Lions die dritte Niederlage hintereinander. Den vierten Sieg im fünften Spiel unter Trainer Butch Goring feierten die Krefeld Pinguine durch ein 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) bei den Nürnberg Ice Tigers. Die Augsburger Panther verloren zu Hause nach Penaltyschießen 2:3 (0:2, 1:0, 1:0) gegen die Hannover Skorpions. Ebenfalls im Penaltyschießen musste sich der ERC Ingolstadt 3:4 (0:1, 1:1, 2:1) gegen die Hamburg Freezers geschlagen geben.

In Mannheim war die letzte Begegnung vor dem Weihnachtsfest alles andere als besinnlich. Nach einem 3:2 für die Adler im ersten Drittel war im zweiten Spielabschnitt kein weiterer Treffer gefallen, als plötzlich Schläger, Handschuhe sowie Helme auf dem Eis lagen und die Fäuste flogen. Ein Foul an der Bande durch den Düsseldorfer Jean- Francois Quintin und eine Revanche-Aktion des Mannheimers Mike Kennedy waren für 42 Eishockey-Spieler Aufforderung genug, sich auf eine Massenschlägerei einzulassen. Schiedsrichter Awizus und seine beiden Assistenten hatten alle Hände voll zu tun, die Streithähne wieder zu trennen. Damit sich die Gemüter wieder abkühlen konnten, unterbrach der Referee das Spiel für 15 Minuten und schickte alle Akteure zur Beruhigung in die Kabine.

Deutliche Worte fand Dietmar Hopp, Gesellschafter der Adler. "Ich hätte mir einen besseren Schiedsrichter gewünscht. Die vielen Strafminuten sind der Gipfel der Instinktlosigkeit", sagte er in der Drittelpause. Wieder zurück auf dem Eis verteilte Awizus 233 Strafminuten. Für fünf Mannheimer und vier Düsseldorfer war das Spiel danach beendet. Besonders bitter für die Adler: Auch gegen Torhüter Mike Rosati wurde eine Spieldauerdisziplinar-Strafe verhängt. Weil Ersatzmann Dimitri Pätzold mit der Junioren-Nationalmannschaft unterwegs war, bewies sich der 17-jährige Danny Aus den Birken zum ersten Mal in der DEL und war nach einer tadellosen Leistung der gefeierte Akteur.

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