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Eisfabrikant Theo Schöller gestorbenDPA-Datum: 2004-06-28 13:01:23

Nürnberg (dpa) - Der Nürnberger Eisfabrikant Theo Schöller ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies teilten die Schöller-Stiftungen am Montag mit. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch in seinem Haus in Nürnberg.

Nürnberg (dpa) - Der Nürnberger Eisfabrikant Theo Schöller ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies teilten die Schöller-Stiftungen am Montag mit. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch in seinem Haus in Nürnberg.

Schöller galt neben Max Grundig und Gustav Schickedanz (Quelle) als eine der großen fränkischen Unternehmerpersönlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Tod des 87-Jährigen sei überraschend gekommen. Schöller habe noch bis April die Geschäfte in seinen beiden Familienstiftungen geführt, sagte das Vorstandsmitglied der Schöller-Stiftungen, Gerhard Sußbauer.

Der in Nürnberg geborene Sohn eines Möbelfabrikanten hatte nach seiner Schulausbildung gemeinsam mit seinem Bruder Karl zunächst eine Agentur für Kinowerbung betrieben. Als er in einem Berliner Varieté sein erstes Eis am Stiel aß, begeisterte den damals 18-Jährigen die Idee so sehr, dass er beschloss, selbst eine Eisfabrik zu gründen. 1937 stieg er zusammen mit seinem Bruder in Nürnberg in die Herstellung von verpacktem Eis am Stiel ein. Hergestellt wurden damals die klassischen Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Erdbeere, ausgeliefert wurde in Thermosboxen. Als Transportmittel dienten Fahrräder mit Hilfsmotoren.

Anfang der 50er Jahre begann das Unternehmen mit der Herstellung von Tiefkühlkost. 1957 kam Schöller auf die Idee, einen Ausgleich zu dem sommerlichen Eis-Geschäft zu schaffen. Er begann mit der Produktion von Oblaten-Lebkuchen für die Winterzeit und sicherte auf diese Weise das ganze Jahr über Arbeitsplätze.

Auch als er später aus der Geschäftsführung ausschied, lenkte der Geschäftsmann noch lange als Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung die Geschicke des Unternehmens. In den 80er Jahren holte er sich als Partner die Südzucker AG ins Boot. Im Rahmen der Umstrukturierung bei Südzucker ging das Nürnberger Traditionsunternehmen, das Ende der 90er Jahre weltweit mehr als 6000 Menschen beschäftigte, schließlich mit dem ausdrücklichen Einverständnis Schöllers 2001 an den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé.

Schöller wirkte in seiner Heimatstadt Nürnberg auch als Mäzen für medizinische, soziale und wissenschaftliche Belange. So unterstützte er im Nürnberger Klinikum großzügig den Aufbau der Herzchirurgie. Auch das Nürnberger Opernhaus wurde von ihm gefördert. Für die Bibliothek des Nürnberger Meistersinger-Konservatoriums stellte er 1997 eine Million Euro zur Verfügung.

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