Eistänzer Kati Winkler und Rene Lohse
Zwei gegen die Mafia

Rene Lohse beugt sich zurück, vermutlich macht er das, weil ihm diese Frage nicht gefällt. Sein Mineralwasser steht nun einen halben Meter von ihm entfernt, neben ihm sitzt Kati Winkler im Restaurant der Dortmunder Westfalenhalle und lächelt verkrampft.

HB DORTMUND. Lohse aber sagt gedehnt, dass er nichts sagen wird. "Ich weiß noch nicht, ob wir nach der Weltmeisterschaft weitermachen. Warten wir es ab." Winkler nickt nur. Es gibt also möglicherweise eine Zukunft für das beste deutsche Eistanzpaar, Rene Winkler und Kati Lohse aus Oberstdorf.

Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als würden sie in Dortmund zornig-trotzig einen Schlusspunkt hinter ihre lange Karriere setzen und ins Profigeschäft einsteigen. Zu viele Narben, zu viele Schmerzen, zu viele Gefühle der Ohnmacht und der Sinnlosigkeit. Die Preisrichter, klagten sie ausdauernd, hätten immer einen glanzvollen Medaillengewinn verhindert. Lohse sagte es manchmal ein bisschen kürzer und drastischer: "Russische Mafia."

Doch bei der WM war nichts zu spüren von den Einflüssen einer Mafia. Im Pflichtprogramm wurden Winkler/Lohse auf Platz zwei ihrer Gruppe gewertet, eine faire, eine verdiente Platzierung. "Es scheint so, als wären wir gerecht behandelt worden", sagte Kati Winkler und lachte. Gestern testeten die beiden beim Originaltanz wieder die Fairness der Preisrichter. Nach dem Originaltanz sind sie Vierte und haben sogar eine Medaillenchance. In Führung liegen vor der Kür heute die Europameister Tatjana Nawka und Roman Kostomarow aus Russland.

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