EIU prognostiziert höhere Preise
Agrargüter werden deutlich teurer

Der Preisauftrieb für Agrarprodukte wird sich in naher Zukunft und auch im kommenden Jahr stark beschleunigen. Dies prognostiziert der Londoner Economist Intelligence Unit, EIU, in seiner vierteljährlichen Analyse, die an den internationalen Rohstoffmärkten stark beachtet wird.

LONDON. Bisher hätten sich die Preise für Agrarerzeugnisse nur schleppend erholt. Nach Beobachtung des EIU trieben allerdings bei den Ölsaaten schon seit dem zweiten Quartal Käufe Chinas und Indiens die Notierungen. Auf Grund der sinkenden Vorräte werde dieser Trend noch bis zum Jahr 2004 andauern. Auch die bereits knappe Vorratslage bei Sonnenblumenkernen und Rapsölsaaten werde sich bis fortsetzen und bei diesen Agrarrohstoffen für höhere Notierungen schon 2003 sorgen.

Bei laurischen Ölen gehen die Londoner Experten sogar von einem scharfen Preisanstieg für 2003 aus. Der Preis für Palmöl soll noch im laufenden Jahr um 37 % zulegen und 2003 um weitere 31 %. Lediglich bei Sojamehl dürften sich die Preiserhöhungen bis Ende 2003 in Grenzen halten, so die Prognose. Bei Getreide sei die Preiserholung bisher eher verhalten gewesen. Ab dem vierten Quartal 2002 dürften aber besonders die Weizenpreise kräftig zulegen. "Das zunehmende globale Produktionsdefizit lässt uns bis Ende 2004 mit steigenden Preisen rechnen", erklären die EIU-Fachleute in ihrem Bericht. Allein für 2003 rechnen sie mit einem Anstieg der Weizennotierungen um etwa 20 %.

Bei Mais wird für die nächsten beiden Jahre ebenfalls von einer zunehmenden Verknappung ausgegangen. Dies werde im Verlauf des nächsten Jahres zu einer Verteuerung um etwa 10 % führen. Schrumpfende Bestände in wichtigen Exportländern kennzeichnen laut EIU den Reismarkt. Zu erwarten sei daher für dieses Jahr ein Preisanstieg um 11% und für 2003 um weitere 6 %.

Im Durchschnitt erwarten die Londoner Experten bei sämtlichen Agrarerzeugnissen 2002 einen Preisanstieg von lediglich 3,4 %. Matt Parry, der Herausgeber der vierteljährlichen Analyse, führt dies auf den anhaltend rückläufigen Preistrend für Kaffee, Tee und Zucker zurück. Zucker werde sich 2002 wegen des weltweiten Überangebots voraussichtlich sogar um durchschnittlich 16 % verbilligen. Sobald der Markt den Schock wegen der überreichlichen Ernte Brasiliens überwunden habe und die Produktion trotz der erwarteten Belebung der weltweiten Nachfrage zurückgehe, werde sich auch dieser Preis wieder erholen - möglicherweise schon 2003 um 8 %.

Die Kakaonotierungen werden sich auf ihrem höheren Niveau behaupten. Die EIU prognostiziert Preissteigerungen von 37 % für 2002 bis 2004. Bereits 2001 hat sich Zucker um 22,6 % verteuert. Die Nachfrage nach Kakao werde sich dagegen wohl abschwächen. Dagegen werde bei Tee die Überversorgung des Marktes bis 2004 andauern. Die Preise werde nach einem Rückgang von 5 % in diesem Jahr 2003 um weitere 11 % abbröckeln.
Quelle: Handelsblatt

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