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EKD-Synode in Magdeburg

Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, hat sich entschieden gegen eine Verschiebung von Feiertagen zur Ankurbelung der Wirtschaft in Deutschland ausgesprochen.

dpa MAGDEBURG. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, hat sich entschieden gegen eine Verschiebung von Feiertagen zur Ankurbelung der Wirtschaft in Deutschland ausgesprochen.

Den Tag der Deutschen Einheit jeweils am 3. Oktober zu feiern, sei der Bedeutung dieses Datums durchaus angemessen, sagte er bei der am Sonntag eröffneten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg. Der Weg, der mit der Abschaffung des Buß- und Bettages eingeschlagen wurde, dürfe nicht fortgesetzt werden. Huber sagte: "Eine positive wirtschaftliche Entwicklung bejahen wir, eine Ökonomisierung unseres gesamten Lebens und Denkens dagegen nicht."

Die Synode befasst sich bis zum 12. November vor allem mit dem demographischen Umbruch in der Gesellschaft. Die 120 Kirchenparlamentarier wollen unter dem Hauptthema "Keiner lebt für sich allein - Vom Miteinander der Generationen" über das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen in Deutschland sowie über die Rolle der Familie sprechen. Bei dem Treffen geht es auch um den Haushaltsplan für das kommende Jahr. Mit 203,6 Mill. Euro liegt dieser fast eine Million Euro unter dem dieses Jahres. Der EKD gehören nach eigenen Angaben 23 protestantische Landeskirchen mit 26,2 Mill. Christen an.

Vor dem Hintergrund schwindender Kirchensteuereinnahmen steht die Strukturreform der Evangelischen Kirchen in Deutschland zur Debatte. Diese sei um "Riesenschritte vorangekommen", sagte Huber in einem dpa-Gespräch. Neben der Neubildung der Kirche in Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz, der er selbst als Bischof vorsteht, gebe es ähnliche Entwicklungen in anderen Landeskirchen.

Für die stärkere Zusammenarbeit der EKD mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (Velkd) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) seien die vertraglichen Regelungen ausgearbeitet. "Ziel ist es, die Einheit des deutschen Protestantismus zu stärken, indem man Doppelarbeit abbaut und deutlicher in der Öffentlichkeit wahrzunehmen ist", sagte Huber.

Nach einer Umfrage des Instituts polis im Auftrag der dpa halten die meisten Deutschen die Kirchen in vielen Lebensbereichen auch weiterhin für unverzichtbar. So sehen 79 Prozent der Bundesbürger die Kirchen in der Seelsorge gefordert. 78 Prozent möchten, dass sich Christen auch weiterhin als Träger von sozialen Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen, Beratungsdienten oder Schulen engagieren. Befragt wurden 1 000 Menschen über 14 Jahre.

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