El Kaida offenbar verantwortlich
Djerba: Festgenommener Deutscher wieder frei

Es handelt sich dabei vermutlich um den Kontaktmann des mutmaßlichen Attentäters, sagte die Sprecherin des Generalbundesanwaltes, Frauke-Katrin Scheuten, am Dienstag in Karlsruhe.

Reuters KARLSRUHE. Der am Montagabend als mutmaßliche Kontaktperson vorläufig Festgenommene sei wieder auf freiem Fuß, weil sich weder aus seiner Vernehmung noch aus den übrigen bislang ausgewerteten Beweismitteln ein dringender Tatverdacht gegen ihn ergeben habe, teilte der Generalbundesanwalt am Dienstagabend mit. In Sicherheitskreisen hieß es, es handele sich bei dem Mann um einen "zum Islam konvertierten Deutschen".

Der Behörde habe ein Hinweis vorgelegen, wonach der mutmaßliche Attentäter kurz vor der Explosion Kontakt nach Deutschland gehabt haben soll. Mitglieder des Bundeskriminalamtes hätten am Montag fünf Objekte in Mühlheim, Haan und Duisburg durchsucht. Dabei sei der Verdächtige festgenommen worden. Noch im Laufe des Dienstags solle der Mann vernommen werden.

Zuvor hatte das Magazin "Stern" berichtet, die deutsche Polizei verfolge im Zusammenhang mit der Explosion eine Spur nach Deutschland, die ins Umfeld der Islamisten-Organisation El Kaida führen könnte. Das Magazins berichtete am Dienstag vorab, deutsche Sicherheitsbehörden hatten ein Telefonat kurz vor der Explosion abgehört, das von der Umgebung der Synagoge aus nach Deutschland geführt wurde. Der Fahrer oder Beifahrer des mit Gasflaschen beladeten Lasters, der vor der Synagoge explodierte, habe offenbar eine Kontaktperson in Deutschland angerufen, schreibt der "Stern". Die deutschen Behörden rechneten diesen Mann dem El Kaida-Umfeld zu. Nach ihm werde jetzt mit Hochdruck gefahndet.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte am Montag erneut die Vermutung bekräftigt, dass es sich bei der Explosion um ein Attentat handelt: "Wir haben Erkenntnisse, die diesen Verdacht bestärken." Die tunesische Regierung geht dagegen von einem Unfall aus. Bei der Explosion des Lastwagens waren mindestens 16 Menschen getötet worden, zehn deutsche Touristen, fünf Tunesier - darunter der LKW-Fahrer - und ein Franzose. Mehrere deutsche Touristen schweben wegen ihrer starken Brandverletzungen in Lebensgefahr.

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