El-Kaida-Prozess: Angeklager beschimpft Gericht
El-Kaida-Prozess: Angeklager beschimpft Gericht

Mit Schimpftiraden eines der Angeklagten gegen das Gericht, seine Verteidiger und andere Religionen ist am Dienstag im Frankfurter der El-Kaida-Prozess fortgesetzt worden.

rtr FRANKFURT. "Ich danke Gott, dass er mich zu einem Moslem gemacht hat, und nicht zu einem Buddhisten, Sikh, Juden oder Christen", sagte der Angeklagte Lamine Maroni in Arabisch zu Beginn des zweiten Verhandlungstages vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Mit Blick auf seine Verteidiger erklärte er heftig gestikulierend: "Ich habe keinen Verteidiger, diese da sind Teufel. Sie tun sich mit dem Gericht zusammen, um mich zu verurteilen. Keiner von denen ist Anwalt. Das sind alles Geheimdienstleute". Bis auf seine Schimpftiraden verhielt sich Maroni relativ ruhig, nachdem er zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche wegen Beschimpfung des Gerichts des Saales verwiesen worden war.

Maroni ist einer von fünf mutmaßlichen Kämpfern der El Kaida Organisation, die Ende 2000 die erste funktionierende El-Kaida-Zelle in Deutschland gebildet und einen Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt geplant haben sollen. Die Grenzschutz-Sondereinheit GSG neun überwältigte die Männer, nachdem sie kurz nach Weihnachten Maschinenpistolen, Pistolen und Munition in eine konspirative Wohnung in Frankfurt transportiert hatten. Bei der Durchsuchung weiterer Wohnungen, die von den Männern angemietet waren, entdeckten die Ermittler große Mengen bombentauglicher Chemikalien, Anleitungen zur Herstellung und zum Einsatz funkgesteuerter Sprengsätze sowie weitere Waffen.

Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft wurden alle Angeklagten vor einigen Jahren in afghanischen Trainingslagern der El Kaida im Umgang mit Waffen geschult und zu Gotteskriegern ausgebildet. Der mutmaßliche Anführer der Frankfurter Zelle wurde im Sommer 2001 in Südspanien festgenommen. Der Prozess findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

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