El-Kaida- und Taliban-Truppen
Offensive afghanischer Extremisten erwartet

Die Reste der im Winterfeldzug geschlagenen El-Kaida - und Taliban-Truppen in Afghanistan könnten sich nach den Worten des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld im Laufe des Frühjahrs zu einer Gegenoffensive sammeln.

Reuters SHANNON. Er werde sich daher in Afghanistan vor allem über Sicherheitsthemen unterhalten, sagte Rumsfeld am Freitag auf dem Flug nach Zentralasien. Die Verbände der Taliban und El Kaida seien nach den Niederlagen im Winter im Osten Afghanistan untergetaucht, sagte der Minister. "Mein Eindruck ist, dass El Kaida und Taliban es zumindest vorerst vermeiden, sich in großen Gruppen zu sammeln. Ich schätze, wenn der Frühling kommt und das Wetter besser wird, und wenn sie wieder Kommunikationswege finden, werden sie vermutlich erneut versuchen, die Übergangsregierung, andere Gegner im Lande sowie amerikanische und Koalitionstruppen anzugreifen."

Rumsfeld äußerte sich auf dem Flug nach Kirgisien, der zum Tanken im irischen Shannon unterbrochen wurde. Der nördliche Nachbar Afghanistans ist die erste Station der viertägigen Reise Rumsfelds, von der bis Freitag nur bekannt war, dass sie ihn auch nach Afghanistan und Russland führen wird.

Gespräche mit kirgisischer Regierung

Auf dem Flughafen Manas nahe der kirgisischen Hauptstadt Bischkek erwarteten ihn die US-Truppen und ihre Verbündeten in der Koalition gegen den internationalen Terrorismus. Am Samstag stehen Gespräche mit der kirgisischen Regierung auf dem Programm Rumsfelds.

In Manas sind über 1 900 Amerikaner, Australier, Franzosen, Dänen, Niederländer, Norweger, Spanier und Südkoreaner sowie je sechs Kampfbomber der USA und Frankreichs stationiert. Die Zahl der Soldaten soll auf 3 500 anwachsen. Demnächst werden Einheiten aus Polen, der Türkei und Kanada zu der Koalitionsbrigade verlegt.

Bei den US-Soldaten heißt der Flughafen "Ganci Air Base" (Luftstützpunkt Ganci), benannt nach dem Leiter der New Yorker Feuerwehr, Peter Ganci, der bei den Anschlägen des 11. September ums Leben kam. Für sie machen die USA den immer noch flüchtigen El-Kaida-Chef Osama bin Laden verantwortlich, dem die Taliban- Regierung Unterschlupf und Stützpunkte für die Kaida gewährt hatte. Es ist Rumsfelds vierte Reise nach Zentralasien seit September. Im Oktober begann der Feldzug gegen die Islamisten, die im Dezember entmachtet wurden.

Suche nach versprengten Soldaten

In Kabul will er unter anderem mit dem Chef der Übergangsregierung, Hamid Karsai, und Verteidigungsminister Mohammed Kassem Fahim sprechen, aber auch mit Vertretern der internationalen Sicherheitstruppe ISAF. "Mein Aufenthalt in Afghanistan wird sich auf die Sicherheitslage konzentrieren", sagte Rumsfeld. Die Koalitionstruppen machten bei ihrer Suche nach versprengten Soldaten der Islamisten fast täglich neue Gefangene.

Rumsfeld würdigte den Einsatz der ausländischen Verbündeten der über 6 000 US-Soldaten in Afghanistan. Er hob hervor, dass US- und britische Soldaten bei der Neubildung der Streitkräfte und des Grenzschutzes sowie deutsche Soldaten bei der Schaffung einer afghanischen Polizei hülfen.

Rumsfeld und seine Delegation lehnten es ab, über Details der Reiseroute zu sprechen. Bestätigt wurde nur, dass der Minister auf dem Heimflug am Montag in Moskau Station macht. Dort will er mit seinem russischen Kollegen Sergej Iwanow über Abrüstung sprechen und damit das Treffen des US-Präsidenten George W. Bush und des russischen Präsidenten Wladimir Putin Ende Mai vorbereiten.

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