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El-Sarkawi-Vertrauter in Falludscha gefasst

Bei neuen Selbstmordanschlägen, Attentaten und Kämpfen sind im Irak mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. In Falludscha nahm das US-Militär einen Mann fest, der ein führendes Mitglied der Gruppe um den jordanischen Terroristen Abu Mussab al- Sarkawi sein soll.

dpa BAGDAD. Bei neuen Selbstmordanschlägen, Attentaten und Kämpfen sind im Irak mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. In Falludscha nahm das US-Militär einen Mann fest, der ein führendes Mitglied der Gruppe um den jordanischen Terroristen Abu Mussab al- Sarkawi sein soll.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kaserne der Nationalgarde im Westirak starben am Samstag nach Krankenhausangaben allein 16 Iraker. Die Hilfsorganisation Care International appellierte an die Entführer der Care-Projektleiterin im Irak, Margaret Hassan, die Geisel freizulassen. Der irakische Übergangsministerpräsident Ijad Allawi schloss indes jegliche Zugeständnisse an die Entführer aus. "Niemand wird ihren Forderungen nachgeben", sagte Allawi dem US- Fernsehsender "Fox News".

Bei dem Anschlag auf die Kaserne im Dorf Chan el Bagdadi wurden nach Angaben von Ärzten außerdem rund 52 Menschen verletzt. Überlebende berichteten, dass etwa 200 junge Männer vor der Kaserne warteten, als sich der Attentäter mit seinem Wagen in die Luft sprengte. US-Marineinfanteristen sind dort als Ausbilder tätig. Unter ihnen gab es aber keine Opfer. Vor einem Kontrollpunkt der Nationalgarde in Ischaki bei Samarra riss ein weiterer Selbstmordattentäter mindestens zwei Gardisten mit in den Tod.

Der in westirakischen Rebellenhochburg Falludscha in der Nacht zum Samstag gefasste Sarkawi-Getreue habe als "Führungsmitglied" der Terrororganisation "eine wichtige Position" gehabt, teilte das US- Militär mit. Er wurde bei der Erstürmung eines Hauses gefangen genommen, das vom inneren Führungszirkel der Gruppe genutzt worden sein soll. Al-Sarkawi wird für zahlreiche Anschläge sowie Entführungen und Enthauptungen von Ausländern im Irak verantwortlich gemacht. Das US-Militär nahm am Samstag außerdem den Bürgermeister von Falludscha, Mahmud Ibrahim, vorübergehend fest.

Care-Generalsekretär Denis Caillaux sagte, die Kidnapper sollten sich vor Augen halten, dass die verschleppte Margaret Hassan "Irakerin" sei und sie "ihrer Familie und den Menschen, die sie lieben" zurückgeben. Seine Botschaft wurde in der Nacht zum Samstag vom arabischen Fernsehsender Al-Dschasira verbreitet. Hassan hat die irakische und die britische Staatsbürgerschaft. Bislang ist nicht bekannt, wer hinter ihrer Entführung steckt.

Bei neuen US-Luftangriffen auf Falludscha starben in der Nacht zum Samstag nach Krankenhausangaben zwei Iraker. US-Soldaten erschossen einen weiteren Iraker in seinem Auto. Bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Truppen kamen am Freitagabend in Buhriz bei Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, nach Angaben von Ärzten acht Iraker ums Leben, darunter vier Kinder.

In Latifija, 40 Kilometer südlich von Bagdad, erschossen Unbekannte am Samstagmorgen einen hohen Polizeioffizier sowie einen Leibwächter, als der Konvoi des Beamten durch die als gefährlich geltende Ortschaft fuhr. Ein irakischer Fahrer starb wenige Stunden später, als sein Tanklastwagen in Brand geschossen wurde.

In Muhawil, 80 Kilometer südlich von Bagdad, wurden in der Nacht zum Samstag zwei Ingenieure eines Elektrizitätswerkes ermordet. Daraufhin brach die Stromversorgung der nahe gelegenen Großstadt Hilla zusammen. Im nordirakischen Mossul kam mindestens ein Türke ums Leben, als Aufständische einen Lastwagen-Konvoi überfielen. Sechs US-Soldaten erlitten auf dem notorisch riskanten Flughafenzubringer in Bagdad Verletzungen, als neben ihrem Konvoi ein Sprengsatz explodierte.

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