Elber im Glück
Schalkes „Traum-Abschied“

Der unerwartete Heimsieg über Bayern München hat Marc Wilmots und Andreas Möller das Karriere-Ende versüßt, aber die Trainerfrage beim FC Schalke 04 ist nach wie vor ungeklärt. "Das 1:0 ist ein Traum-Abschied für mich und Andi. Es war für den FC Schalke 04 zwar ein verlorenes Jahr. Aber mit dem UI-Cup haben wir wenigstens noch die Möglichkeit, im UEFA-Pokal zu spielen", resümierte der scheidende Teamchef Wilmots.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. Auch für Möller überwog nach einer verkorksten Saison das Positive. "Mir tut es leid, dass ich im letzten Halbjahr keinen Einfluss mehr auf die Elf hatte. Aber wenn man die ganzen drei Jahre sieht, war es eine wunderschöne Zeit. Und mit einem Sieg über Bayern aufzuhören, ist eine Riesensache", sagte er 35-Jährige nach seinem 418. und letzten Bundesligaspiel.

Der vor einer Woche in den belgischen Senat gewählte Wilmots, der nach der Entlassung von Frank Neubarth für acht Wochen als Coach eingesprungen war, zog am Samstag ebenfalls einen Schlussstrich unter einen langen Lebensabschnitt: "Jetzt gehe ich erstmal in die Politik und mache nebenbei mein Diplom als Trainer. Aber ein Stück von mir bleibt immer hier auf Schalke."

Der Belgier reißt in zweierlei Hinsicht eine Lücke: Mit ihm geht der "letzte Eurofighter" von Bord, der 1997 den UEFA-Cup ins Revier holte. Zudem ist ein Nachfolger im Traineramt laut Rudi Assauer noch nicht gefunden. Alle Fragen nach dem neuen Coach blockte der Manager ab: "Spekulieren sie, machen sie was sie wollen. Wir sagen erst etwas, wenn die Tinte trocken ist. Aber wir müssen erst noch den Füllfederhalter in die Hand nehmen."

Auf den Favoriten angesprochen, entgegnete Assauer: "Wer ist Felix Magath? Er hat Vertrag beim VfB Stuttgart bis 2004." Auch Magath trug als Gast im ZDF-Sportstudio wenig Erhellendes bei. "Ich weiß nicht, ob ich in der Verlosung bin. Darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken. Das entscheidet ganz allein Rudi Assauer." Magaths Ausführungen über Schalke klangen freilich wie eine Liebeserklärung: "Da ist Leben, da ist Emotion. Da ist alles, was das Fußball-Herz begehrt." Ein Dementi hört sich anders an.

Für die Bayern hat sich der Trip in die mit 60 886 Zuschauern ausverkaufte Arena wieder einmal nicht gelohnt. Doch eine Woche vor dem Pokalfinale gegen Kaiserslautern kann der Meister die bedeutungslose Niederlage durch das Tor von Niels Oude Kamphuis (38.) verschmerzen. Schwerer wiegt womöglich die Verletzung von Robert Kovac. "Es sieht nach einem Adduktorenanriss aus. Berlin muss ich abhaken", sagte der kroatische Abwehrspieler enttäuscht.

Dafür war Giovane Elber gut gelaunt. Obwohl dem Brasilianer kein Tor gelang, konnte er sich nach zahlreichen vergeblichen Versuchen endlich über die Torjägerkanone freuen. Dass er die Auszeichnung mit Bochums Stürmer Thomas Christiansen (21 Tore) teilen muss, macht ihm nichts aus. "Trotzdem ist sie genau so viel wert", meinte Elber, der dem guten Stück im Zimmer seines Sohnes einen Ehrenplatz geben will. Dabei war Elber zunächst sogar "sauer" auf seine Mitspieler, weil diese von der ersten Minute an nur darauf aus waren, ihn in gute Schussposition zu bringen und dabei das Siegen vergaßen. "In den ersten 25 Minuten sind wir fast in Schönheit gestorben", kritisierte auch Trainer Ottmar Hitzfeld.

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