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Elchtest kippt Daimler-Kurs

Einzelne Firmenmeldungen dominierten am Dienstag den deutschen Aktienhandel. Daimler-Chrysler verloren nach Meldungen über neue Elchtest-Patzer. Die T-Aktie stieg überdurchschnittlich und litt nicht unter der ersten großen Transaktion nach dem Ende der letzten Haltefrist für Voicestream-Altaktionäre.

DÜSSELDORF. Daimler-Chrysler und seine Aktionäre litten am Dienstag mal wieder unter den Folgen eines Elchtests: Medienberichten zufolge bestand der Jeep Cherokee (das US-Modell heißt "Liberty") einen Spurwechsel-Test nicht, bei dem vor Jahren bereits die A-Klasse von Mercedes gepatzt hatte. Der Aktienkurs von Daimler-Chrysler kippte gestern zunächst ebenfalls Richtung Süden. Im Laufe des Nachmittages konnte die Aktie zumindest einen Teil ihrer Zwischenverluste wieder wettmachen. Sie schloss mit einem Minus von 1,6 %. Ein Aktienhändler einer Investmentbank in London sah die Nachricht gelassen: "Irgenwann werden Autojournalisten auch mal einen Panzer zum Kippen bringen", sagte er. Es sei auffällig, dass anscheinend bevorzugt Modelle von Daimler Chrysler - solchen extremen Härtetests ausgesetzt würden.

Insgesamt prägten unternehmensspezifische Meldungen den eher ruhigen Handel am deutschen Aktienmarkt, sagten Händler. Der Deutsche Aktienindex (Dax) konnte sich lange Zeit nicht zwischen Plus und Minus entscheiden: Er startete zunächst kaum verändert, hielt sich lange im positiven Terrain, um kurz vor 17 Uhr wieder auf den Vortagesschluss zuzusteuern. Aus dem Handel ging das Börsenbarometer mit einem Plus von 0,9 %.

Einen Zuwachs von 8,1 % verzeichneten Infineon, die die Liste der Dax-Gewinner anführten. Der mehrheitlich zum Siemens-Konzern gehörende Hersteller von Computerchips profitierte von der Hoffnung auf mehrere Elefantenhochzeiten in der Branche. So verhandeln die Konkurrenten Micron und Hynix über ein Zusammengehen. Zudem kursieren Meldungen über eine Kooperation zwischen Infineon und Toshiba. "Anleger wetten darauf, dass über Fusionen die massiven Überkapazitäten der Branche abgebaut werden und dass dadurch auch die Preise für Chips wieder auf die Beine kommen", so ein Frankfurter Händler.

Ein anderer Aktienhändler bezweifelte indes, ob Infionen die Gewinne halten kann. "Das Unternehmen verliert dieses Jahr mehr als eine Milliarde Mark", sagte er, "und die Chippreise müssten schon enorm steigen, damit Infineon endlich mal wieder Geld verdient".

Mit einem Kursgewinn von 2,6 % entwickelte sich die Telekom-Aktie besser als der Gesamtmarkt. Die erste große Transaktion nach dem Auslaufen der letzten Haltefriste für Voicestream-Altaktionäre belastete die T-Aktie nicht. Wie die Investmentbank Goldman Sachs meldete, hat sie den Restbestand an Telekom-Titeln in ihren Investmfonds an die Fondsinhaber weiter gereicht. Analysten erwarten aber nicht, dass durch die im angelsächsischen Raum nicht unübliche Transaktion eine große Masse von T-Aktien auf den Markt kommt.

Überdurchschnittlich kletterten auch Lufthansa mit einem Kursgewinn von 5,3 %. Die Aktien der Fluglinie würden von einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Merrill beflügelt, sagte ein Händler.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte verbesserte sich bis Handelsende um 0,6 %. Unter den Regionalbörsen notierte Hannover gut behauptet, Berlin und Hamburg kaum verändert. Nur knapp behaupten konnten sich München und Bremen, während Stuttgart leichter und Düsseldorf schwächer notierten.

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