„Elefantenrunde“ in Gelsenkirchen
Verstärkung für den schwarzen Mann

Gerhard Mayer-Vorfelder hat ein sofortiges Ende der "Hetzjagd auf die Schiedsrichter" gefordert und Spitzenvertreter des deutschen Fußballs für Mittwoch zur "Elefantenrunde" nach Gelsenkirchen eingeladen. "Die Situation ist unerträglich und ein Handeln zwingend erforderlich", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag nach einem Gespräch mit Schiedsrichter-Obmann Volker Roth im Trainingsquartier der deutschen Nationalmannschaft in Castrop-Rauxel.

HB/dpa CASTROP-RAUXEL. An die Vereine richtete Mayer-Vorfelder den Appell: "Alle Beteiligten müssen wieder mehr Respekt zeigen, von der Bank bis zu den Spielern."

Bei dem Gipfeltreffen am Mittwoch (14.30 Uhr) vor dem Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Arena "Auf Schalke" wird auch der "vierte Mann" zur Diskussion gestellt. Die Einführung dieses zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten an der Seitenlinie, der sich um organisatorische Dinge wie Einwechslungen kümmert und die Trainer im Zaum hält, gilt angesichts der schon jetzt erkennbaren breiten Zustimmung als wahrscheinlich. DFB-Teamchef Rudi Völler bekräftigte am Montag seine Forderung nach dem "4. Mann", der bei internationalen Spielen längst eingeführt ist und sich auch bewährt hat. Auch Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und die Referees selbst sind dafür.

Mayer-Vorfelder signalisierte, dass die Schiedsrichter-Verstärkung bereits in der Rückrunde ihren Dienst antreten könnte: "Wenn eine Einigung mit den Beteiligten erzielt wird, kann man dies ganz schnell umsetzen." Die vergleichsweise überschaubaren Kosten von 1534 ? plus Reisekosten pro Spiel müssten von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) getragen werden. Zur Sprache sollen auch härtere Sanktionen gegen Spieler kommen, dies wird von den Schiedsrichtern befürwortet. Auch die Einführung eines (Geld-)Strafenkatalogs für Vereine bei Fehlverhalten ihrer Angestellten soll diskutiert werden. Damit könnte der zusätzliche Referee finanziert werden.

Am "Runden Tisch" sollen Vertreter aus allen Bereichen Platz nehmen, unter anderem die Manager Rudi Assauer (Schalke 04), Dieter Hoeneß (Hertha BSC), Reiner Calmund (Bayer Leverkusen), die Trainer Matthias Sammer (Borussia Dortmund) und Hans Meyer (Borussia Mönchengladbach) sowie die Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) und Hellmut Krug (Gelsenkirchen). Die DFL wird durch Präsident Werner Hackmann sowie die Geschäftsführer Heribert Bruchhagen und Wilfried Straub vertreten sein. Vom DFB nehmen außer Mayer-Vorfelder und Roth noch Generalsekretär Horst R. Schmidt und der für das Schiedsrichterwesen zuständige Direktor Willi Hink an dem Treffen teil.

"Die derzeitige Lage bereitet uns Sorge. Es setzt sich nun auch in der Liga die Erkenntnis durch, dass es so nicht mehr weitergehen kann", kommentierte Mayer-Vorfelder die "Rot-Flut" an den letzten beiden Bundesliga-Spieltagen. In erster Linie sei der respektlose Umgang der Hauptbeteiligten dafür verantwortlich. Uli Hoeneß schlug in die gleiche Kerbe. "Mit den jüngsten Vorfällen haben wir eine neue Dimension erreicht", sagte der Manager des FC Bayern München dem Sportmagazin "Kicker" und forderte: "Spieler und Verantwortliche müssen ihr Verhalten ändern. Sonst eskalieren die Dinge, irgendwann springen die Fans dann über die Bande und stürmen das Spielfeld."

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