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Elektroindustrie für variable Arbeitszeiten - UmsatzplusDPA-Datum: 2004-07-21 11:10:50

Frankfurt/Main (dpa) - Der Branchenverband der deutschen Elektroindustrie hat sich für variable Arbeitszeiten in den Unternehmen ausgesprochen.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Branchenverband der deutschen Elektroindustrie hat sich für variable Arbeitszeiten in den Unternehmen ausgesprochen.

«Wir brauchen die Möglichkeit, einmal viel und einmal wenig zu arbeiten - sogar innerhalb der gleichen Firma», sagte der neue Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (Zvei), Siemens-Vorstand Edward Krubasik, am Dienstagabend in Frankfurt. Starre Einheitsregelungen würden den Betrieben schaden. Dank eines starken Exports setzte Krubasik die Prognose für das Umsatzwachstum in der Branche für 2004 von zwei auf vier Prozent herauf.

Demnach sollen die Erlöse des zweitgrößten deutschen Industriezweigs nach der rückläufigen Entwicklung der Vorjahre und einer Stagnation 2003 in diesem Jahr erstmals wieder steigen - und zwar auf rund 160 Milliarden Euro. Allerdings nehme die Abhängigkeit von den Exportmärkten zu. «Unsere Achillesferse ist die Schwäche des Heimatmarktes», sagte Krubasik. «Der Funke springt nicht über.» Die Auftragseingänge aus dem Ausland legten in den ersten fünf Monaten zwar um zehn Prozent zu. Doch die Inlandsnachfrage stagnierte bei Investitionsgütern und war für Gebrauchsgüter wie Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik bei anhaltendem Preisdruck weiter rückläufig.

Vor diesem Hintergrund rechnet Krubasik zunächst mit einer stabilen Beschäftigungsentwicklung. Die Branche stellt rund 810 000 Arbeitsplätze, davon fast ein Zehntel im Bereich Forschung und Entwicklung. Von der Politik forderte der Verbandspräsident, Innovationen zu fördern und zum Beispiel in den Ausbau und die Automatisierung der Bahn-Infrastruktur zu investieren. Die Tarifparteien müssten sich auf individuelle Arbeitszeit- und Gehaltsmodelle verständigen. Angesichts eines wachsenden Anteils unterschiedlich anspruchsvoller Dienstleistungen am Branchenumsatz würden Einheitsabschlüsse nicht weiterhelfen. Drei von fünf Mitgliedern des Zvei seien bereits nicht mehr tarifgebunden.

Wachstumsschwerpunkte im Export sind derzeit unter anderem die Antriebs-, Energie- und Medizintechnik. Zuwächse im Inland konnten lediglich die Hersteller von elektronischen Bauelementen und Fahrzeugausrüstung verzeichnen. Die Branche profitiert insgesamt vom immer höheren Elektronikanteil in diversen Produkten, zum Beispiel auch im Auto. Vizepräsidenten des Zvei sind Anton Kathrein, Inhaber des gleichnamigen Antennenherstellers, und Friedhelm Loh, Vorstandschef und Eigentümer der Friedhelm Loh Group (F.L.G.)

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