Elektronik-Konzern schließt Verkauf nicht aus
Philips-Mobilfunksparte mit ungewisser Zukunft

Der Elektronik-Konzern Royal Philips Electronics NV denkt darüber nach, die Mobilfunk-Sparte PCC zu schließen oder zu verkaufen. "Es ist klar, dass wir die jetzige Situation nicht hinnehmen werden", sagte Finanzvorstand Jan Hommen auf einer Konferenz in Barcelona.

dpa-afx AMSTERDAM. Hommen verwies dabei auch auf den allgemeinen Abschwung in der Halbleiter-Industrie. Nach jüngsten statistischen Angaben der Industrie sollten die Einkünfte in der Branche in diesem Jahr ein Fünftel unter denen des Vorjahrs liegen. Industrie-Analysten sähen derzeit den stärksten Rückgang innerhalb der vergangenen 30 Jahre, hieß es.

6 000 bis 7 000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden

Philips hatte am 17. April bei Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal 2001 angekündigt, dass in einigen Fabriken zur Herstellung von Mobiltelefonen und von Halbleitern vorübergehend weniger oder gar nicht gearbeitet werden soll. Der Konzern plane in nächster Zeit, 6 000 bis 7 000 Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit hat das Unternehmen 220 000 Beschäftigte. Philips wäge alle denkbaren Optionen für PCC ab, die Entscheidung über die Zukunft der Sparte falle im zweiten Quartal, sagte Philips-Sprecher Ben Geerts. "Die Konsequenzen der Entscheidung sind nicht in der Rückstellung von 350 Millionen Euro enthalten, die wir für das zweite Quartal angekündigt haben", sagte Hommen.

Zu viele Produkte - zu viele Plattformen

Auch der US-Tochter Digital Networks stehen angesichts der im ersten Quartal verbuchten Verluste einschneidende Veränderungen bevor. "Bislang haben wir mit Digital Networks eine Multi-Produkt- und Multi-Plattform-Strategie gefahren", erläuterte Geerts. Das sei zu viel gewesen: zu viele Produkte und zu viele Plattformen. Dies werde man ändern, und auch die technologische Basis von Digital Networks wolle der Konzern verschlanken.

Das Philips-Kerngeschäft Halbleiter wird im laufenden Jahr nicht an die im Vorfeld abgegebenen Prognosen des Unternehmens heranreichen. Philips hatte vorausgesagt, dass die Halbleiter-Umsätze den weltweiten Branchendurchschnitt um 5% übertreffen würden. Jetzt hieß es, Philips-Halbleiter würden zwar weiter schneller als in der übrigen Branche wachsen, doch wollte Geerts keine konkrete Zahl nennen. An der Amsterdamer Börse gaben Philips-Papiere gestern nach.

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