Elektronikkonzern sucht nach Partnern
Philips erwägt Ausstieg aus dem Mobilfunk

Nach Ericsson stellt jetzt auch Philips die Mobiltelefonproduktion zur Disposition. Neben der Auslagerung der Herstellung wird beim niederländischen Elektronikkonzern selbst ein Rückzug aus dem verlustreichen Geschäft erwogen.

sbe BRÜSSEL. Der niederländische Elektronikkonzern Philips Electronics N.V., Amsterdam, erwägt, komplett aus dem Markt für Mobilfunkgeräte auszusteigen. Das sagte Sprecher Ben Geerts dem Handelsblatt. Es seien alle Optionen offen. Erwogen werde auch die Auslagerung der Herstellung. Damit würde Philips dem schwedischen Hersteller Ericsson folgen, der die Handy-Produktion dem US-Unternehmen Flextronics überlässt.

Zur Telekomtochter PCC sagte der künftige Philips-Chef Gerard Kleisterlee nach der Hauptversammlung am Donnerstag: "Wenn jemand ein attraktives Angebot macht, werden wir einen Verkauf ernsthaft überlegen." Damit schlägt Kleisterlee eine andere Richtung ein als Cor Boonstra, den er am 1. Mai ablöst. Der ließ im Februar keinen Zweifel daran, dass Philips sein Telekom-Engagement forcieren wird. Es sei auch noch möglich, dass Philips sein Ziel weiterverfolge, binnen zwei Jahren einen Weltmarktanteil von 10 % und eine führende Position zu erobern, erklärte Geerts dazu.

Philips sucht seit kurzem einen Partner für den Bereich PCC. Nach Milliardenverlusten und nur einem Jahr lang schwarzen Zahlen landete PCC im vierten Quartal des vergangenen Jahres wieder in den roten Zahlen. Der Anbieter verkaufte wegen des Bauelemente-Mangels und der Marktflaute in Europa nur 13 statt wie geplant 18 Millionen Mobiltelefone.

Kleisterlee will Betriebsteilen mit niedrigem Wachstum, schwacher Rendite und ungenügender Marktposition auf die Finger klopfen. Die Liste sei fertig, sagte er, gab aber keine Details preis. Er will jedoch nicht wie sein Vorgänger ein "Ausverkäufer" sein. Boonstra verkaufte mehr Betriebe als er zukaufte. Der neue Konzernchef Kleisterlee will das Verhältnis umkehren. Er hat Technologie- und vor allem Halbleiterbetriebe im Visier, die wegen der Aktienkursverluste billiger geworden sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%