Elektronische Bewerbung aktzeptiert
E-Cruiting: Bewerben ohne Papier

In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit müssen Hochschulabsolventen und andere Jobsuchende mit der Zeit gehen: Bewerben per Internet, neudeutsch E-Cruiting, wird inzwischen von fast 90 Prozent der größten Unternehmen der Welt, den so genannten Global 500, praktiziert.

dpa FRANKFURT. Die Vorteile liegen auf der Hand: das E- Cruiting kennt weder Ländergrenzen noch Zeitzonen und bietet somit Vorteile für Firmen und Bewerber gleichermaßen.

"Wir bekommen bereits 30 bis 40 Prozent aller Bewerbungen auf elektronischem Weg", sagt Tim Ackermann, der bei der Deutschen Bank in Frankfurt für Graduate Recruitment, also die Einstellung von Hochschulabsolventen, und Marketing für den IT-Bereich zuständig ist.

Der Begriff E-Cruiting beschreibt in Deutschland zwei Arten der Bewerbung auf elektronischem Weg: die erste Kontaktaufnahme oder das Versenden der Unterlagen per E-Mail und die Nutzung virtueller Bewerbungsbögen, die auf den firmeneigenen Webseiten zur Verfügung stehen.

"Diese virtuellen Bewerbungsbögen sind für uns von Vorteil, denn die Daten können intern gleich weiter bearbeitet werden", erläutert Ackermann. Bewerbungen per E-Mail, teils mit angehängten Lebensläufen, seien hingegen nicht anders als schriftliche Bewerbungen, die auf dem Postweg kommen. "Schließlich müssen wir die auch ausdrucken und dann entsprechend in die Datenbanken eingeben." Trotzdem: Computer einschalten, Jobportal aufrufen, Online-Fragebogen ausfüllen und Traumjob ergattern - so einfach geht das virtuelle Bewerben dann doch nicht.

"Wir erwarten auch bei dieser Form der Bewerbung Gründlichkeit", betont Ackermann. Er bittet sowohl bei E-Mails als auch bei der Bearbeitung der virtuellen Bewerbungsbögen um Sorgfalt. "Schließlich erwarten die Bewerber ja auch, dass wir uns mit ihnen und ihren Unterlagen auseinander setzen." Neben den zahlreichen firmeneigenen Webseiten bieten virtuelle Jobbörsen Bewerbern die Möglichkeit, ihre Daten im weltweiten Netz zu speichern. Personalsuchende können dann aus aller Welt diese Daten einsehen und mit den Bewerbern Kontakt aufnehmen, sofern die Profile von Jobsuchendem und Arbeitsstelle zusammen passen. Diese Jobbörsen heißen jobpilot.de, stepstone.de oder monster.de und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, wie aus einer Studie des ebenfalls im Internet angesiedelten Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI hervorgeht. Im ersten Halbjahr 2001 wuchs die Zahl der Besucher der Jobsites um rund 20 Prozent.

Auch wenn die Firmen momentan andere Sorgen haben, als gerade das virtuelle Bewerben zur Perfektion weiterzuentwickeln, die klassische Personalberatung auf den Vormarsch des Internets bei der Personalvermittlung eingestellt. "Das Medium ist ein anderes, aber unsere Aufgaben haben sich nicht grundlegend verändert", weiß recruiteam-Personalberaterin Helga Krausser-Raether.

Besonders positiv findet die Personalberaterin die Möglichkeit, durch das E-Cruiting ein "Netz aus vielversprechenden Kandidaten zu knüpfen, die uns auf dem Weg begegnen". Kandidaten könnten so schneller auf verschiedene interessante Jobangebote vermittelt werden, denn es könne immer auf eine Auswahl geeigneter Jobsuchender für vakante Positionen zurückgegriffen werden. "Und das Netzwerk aus persönlichen Kontakten, an dem wir bauen, ist ein positiver Nebeneffekt."

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