Elend unter Palmen
Mallorca eine tickende Zeitbombe

Immer mehr Deutsche, die von einem angenehmen Lebensabend an Spaniens Sonnenstränden träumen, enden als Sozialfall.

Viele Deutsche träumen immer noch von einem ruhigen Leben unter Palmen, ohne Leistungsdruck und mit Sonne das ganze Jahr. Spanien schien über Jahrzehnte ideal, diesen Traum zu verwirklichen. Hier sprach man deutsch und konnte für wenig Geld gut leben. Eine hohe Inflation, ein Tourismus- und Immobilienboom sowie die Euro-Einführung haben die Preise jedoch inzwischen auf deutsches Niveau getrieben.

Damit haben die meisten Aussteiger nicht gerechnet, als sie vor dreißig Jahren ihren sicheren Arbeitsplatz in Deutschland aufgaben, ihr Haus verkauften, um in Spanien als Saisonarbeiter im Tourismus zu arbeiten, einen Handwerksbetrieb aufzumachen oder die Frührente zu genießen.

Nach Schätzungen haben 25 000 der zirka 600 000 deutschen Residenten in Spanien inzwischen akute finanzielle Probleme. Die deutschen Kirchen vor Ort, die Konsulate und Sozialvereine an der Costa Blanca, auf den Kanaren und den Balearen sprechen von einer tickenden Zeitbombe. Sie haben wie die 45jährige Ute Schellin häufig zu wenig in die jeweiligen Sozialversicherungssysteme eingezahlt, um eine Rente zu erhalten, die ihnen das Überleben im stetig reicher werden Spanien möglich macht. Weil sie meist nicht zurück nach Deutschland wollen, haben sie auch keinen Anspruch auf die dortigen Sozialleistungen, von ihrer Wahlheimat können sie auch keine Unterstützung erwarten und von den eigenen Landsleuten noch weniger.

Mehr zur Situation deutscher Auswanderer auf der Trauminsel lesen Sie bei wiwo.de

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