Elf Entwertungszentren in Deutschland
Sieben Mrd. "Silbermünzen" werden zu Münzschrott

Rund sieben Mrd. "Silbermünzen" müssen die Landeszentralbanken nach der Euro-Einführung verschrotten. Das sind rund 35 000 Tonnen 1-Mark-, 2-Mark- und 5- Mark-Stücke sowie 50-Pfennig-Münzen. Im Vergleich zur Herstellung und Verbreitung der neuen Euro-Münzen seien die Münzmengen, die entwertet werden müssen, "die weitaus größere Herausforderung", sagte Thomas Szewczyk von der Düsseldorfer Landeszentralbank in Frankfurt. Fünf mobile Entwertungsanlagen sollen das Kleingeld bis März 2004 in Münzschrott verwandeln.

dpa FRANKFURT/M. Bis zu fünf Tonnen Kleingeld könne ein "Decoiner", eine Entwertungsanlage, in einer Stunde völlig verformen und damit unbrauchbar machen, berichtete Daniel Sheffer von der Euro Coin AG (Schwerte), die die Maschinen herstellt. So könnten in einer Stunde 1-Mark-Stücke im Wert von einer Million DM vernichtet werden. "Der Münzschrott wird dann eingeschmolzen und das Rohmaterial wieder am Markt verkauft", sagte Szewczyk. Später könnten daraus Euros hergestellt werden.

Insgesamt werden die Landeszentralbanken bei der Euro-Umstellung nach Angaben Szewczyks etwa 110 000 Tonnen Pfennige, Groschen und Markstücke zurücknehmen. Ein Drittel davon sind Münzen aus einer Kupfer-Nickel-Legierung. Stahlmünzen - wie 1-Pfennig- und 2-Pfennig- Stücke - machen mit 70 000 Tonnen die restlichen zwei Drittel aus. "Die Stahlmünzen werden in Deutschland nicht entwertet, weil wir hier kein großes Sicherheits-Risiko sehen", sagte Szewczyk. Ein voll beladener Container mit 1-Pfennig-Münzen habe nur einen Wert von rund 3000 DM.

Nach der "heißen Phase der Bargeld-Umstellung" wollen die Landeszentralbanken nach Angaben Szewczyks im März 2002 anfangen, die "Silbermünzen" zwei Jahre lang zu verschrotten. In Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg, Stuttgart und Wulfen werden die "Decoiner" eingesetzt und von dort aus elf Entwertungszentren in Deutschland ansteuern. Eine Entwertungsanlage kostet nach Sheffers Angaben 650 000 bis 700 000 DM.

Weil in Deutschland DM-Münzen unbegrenzt lange umgetauscht werden können, müssen sie nach der Einführung des Euro zerstört werden. Die Euro Coin AG, eine Tochter der Vereinigten Deutschen Nickel AG, -Werke produziert nach eigenen Angaben in Deutschland rund 40 % der Euro-Münzen. Weitere Informationen unter <<img src='http://www.handelsblatt.com/hbi/images/pfeilbl.gif' alt='Handelsblatt.com ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.' border=0 width=12 height=9>a href="http://www.eurocoin-ag.com/" target="_blank">www.eurocoin-ag.com.

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