Elf Jahre Haft
Uno-Tribunal verurteilt Biljana Plavsic

Das Uno-Tribunal in Den Haag hat am Donnerstag die frühere Präsidentin der bosnischen Seben, Biljana Plavsic, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu elf Jahren Haft verurteilt.

HB/dpa DEN HAAG. Die jetzt 72 Jahre alte Politikerin hatte sich im Dezember vor dem Gericht zu ihrer Schuld an Vertreibung und Ermordung von Moslems und Kroaten 1991 und 1992 in Bosnien bekannt. Die Anklage des Völkermordes wurde daraufhin zurückgezogen.

Das Gericht betonte zwar die Schwere der Verbrechen, räumte aber bei Bewertung mildernder Umstände ihrem Schuldbekenntnis und ihrem Einsatz zur Verwirklichung des Friedensabkommens von Dayton besonderes Gewicht ein.

Chefanklägerin Carla Del Ponte hatte im Dezember 15 bis 25 Jahre Haft gefordert. Die Anklage hatte beantragt, bei der Strafzumessung das Alter zu berücksichtigen, und eine Strafe von mehr als acht Jahren als zu hoch bezeichnet.

Plavsic war in den letzten Monate vor der Urteilsverkündung von der Untersuchungshaft verschont. Sie hielt sich in Belgrad auf. In welchem Land sie die Strafe verbüßen wird, war zunächst nicht bekannt.

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