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Elf-Schmiergeldprozess gegen Dumas geht weiter

dpa PARIS. Der ehemalige Elf-Manager Alfred Sirven hat im Schmiergeldprozess gegen den früheren französischen Außenminister Roland Dumas die Aussage verweigert. Er werde auf Fragen des Gerichts nicht antworten, wenn die Untersuchungen zum Verkauf von Fregatten an Taiwan nicht eingestellt würden, sagte Sirven am Montagabend den Richtern in Paris.

Damit brachte der 74-Jährige den Skandal um Millionenzahlungen an Dumas' Ex-Geliebte Christine Deviers-Joncour in Verbindung mit dessen Amt als Außenminister. Das Gericht hatte dies bislang vermieden, um das Verfahren nicht an den Gerichtshof der Republik abgeben zu müssen.

Sirven gilt als Drahtzieher der Schmiergeldzahlungen des Ölkonzerns Elf-Aquitaine, von denen Dumas profitiert haben soll. Es war mit Spannung erwartet worden, ob er Licht in das Korruptionsdickicht um den einstmals staatlichen Ölkonzern (heute TotalFinaElf) bringt. Sirven war nach jahrlanger Flucht im Februar auf den Philippinen verhaftet worden.

Wenn die Fregatten-Affäre von diesem Prozess wegen Unterschlagung, Vorteilsnahme und Veruntreuung öffentlicher Gelder abgetrennt werde, beraube ihn das seiner besten Verteidigungsmöglichkeiten, meinte Sirven: "Die Vorwürfe, die mir gemacht werden, sind von den Umständen des Fregatten-Verkaufs nicht zu trennen."

Elf soll Deviers-Joncour zwischen 1989 und 1993 insgesamt 64,5 Mill. Francs (rund 20 Mill. DM) an Kommissionen gezahlt haben. Dafür soll Devier-Joncour den Außenminister dazu gebracht haben, seine Einwände gegen den Verkauf von sechs Fregatten an Taiwan zurückzunehmen. Der 78-jährige Dumas weist das zurück: Die Kriegsschiffe seien gegen sein Veto geliefert worden.

Bei seiner ersten kurzen Vernehmung im Februar hatte Sirven angekündigt, die Fragen des Gerichts zu beantworten. Er könne mit Aussagen über Geschäftspartner und Politiker "20 Mal die französische Republik hochgehen lassen".

Der Dumas-Prozess hatte im Januar begonnen und war nach Sirvens Verhaftung ausgesetzt worden, damit er seine Verteidigung vorbereiten konnte. Unter den Angeklagten ist auch der ehemalige Chef von Elf- Aquitaine, Loik Le Floch-Prigent.

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