Elf Tote am Gotthard
Rettungskräfte beginnen mit Arbeiten im Gotthard

Im schwer beschädigten Schweizer Gotthard-Tunnel haben am Freitagmorgen die Arbeiten für weitere Bergungsmaßnahmen begonnen.

dpa/rtr AIROLO. Einsatzkräfte fuhren in den Tunnel ein, um zunächst die durch die Feuerkatastrophe aufgesprengte Dachkonstruktion zu stabilisieren und zu sichern. In der Nacht war es der Tessiner Feuerwehr nach eigenen Angaben gelungen, den Brand weitgehend zu löschen. Bevor weitere Todesopfer geborgen werden können, muss nun die Tunneldecke stabilisiert und gesichert werden. Bislang wurden elf Tote geborgen.

Auf einer Strecke von rund 250 Metern besteht akute Einsturzgefahr. Feuerwehr-Einsatzleiter Bruno Winkler rechnet damit, dass für diese Sicherung mehrere Stunden aufgewendet werden müssen. Im Laufe des Nachmittags sollen die Arbeiten so weit sein, dass die Bergungskräfte den Tunnel betreten können.

Der nächste Schritt besteht in der Bergung der Toten. Im Tunnel befinden sich diesen Angaben zufolge rund 100 Autos und 15 Lastwagen. Unklar ist, wie viele Fahrzeuge und Personen unter den Trümmern der heruntergefallenen Tunnelbekleidung liegen. Die Behörden rechnen damit, dass weitere Todesopfer gefunden werden. Noch über 100 Menschen sind als vermisst gemeldet.

Den Behörden zufolge könnte die Zahl der Vermissten aber geringer als vermutet sein, da besorgte Freunde und Angehörige die Vermissten mehrmals meldeten. "Was die Zahl der Vermissten betrifft, ist die Situation chaotisch", sagte Romano Piazzini, Polizeichef in Tessin. Es könnten sich zwischen zehn und 40 verkohlte und zerquetschte Fahrzeuge an der Unglücksstelle befinden, teilte die Polizei mit. Die am Vortag geborgenen Toten waren der Polizei zufolge erstickt.

Wegen der Hitze und der Einsturzgefahr im Tunnel war es den Rettungskräften bislang nicht gelungen, zum Brandherd vorzudringen. "Die Sicherheit der Rettungskräfte muss Priorität haben", sagte der Abgeordnete Marco Borradori. Der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger sprach am Unglückort von einem "Ort des Grauens".

Mit 17 Kilometern ist der 1980 eröffnete Gotthard-Tunnel der längste Straßentunnel in Kontinentaleuropa. Er erhielt bei Sicherheitsuntersuchungen wie etwa im Jahr 1999 vom ADAC immer gute Sicherheitsnoten. In den vergangenen Jahren war es in den Alpentunneln immer wieder zu Unfällen mit Bränden gekommen, bei denen Dutzende Menschen starben. Bei einem Unfall im Montblanc-Tunnel 1999 starben 39 Menschen. Im Tauern-Tunnel in Österreich kamen im selben Jahr zwölf Menschen ums Leben. Damals verbrannten 16 Lastwagen und 24 Autos. Auch im 1980 eröffneten Gotthard-Tunnel waren in den vergangenen Jahren wiederholt Feuer ausgebrochen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%