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Elf Tote bei Anschlägen auf Kirchen im Irak

Bagdad/Mossul (dpa) - Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf christliche Kirchen im Irak sind am Sonntagabend mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Drei Autobomben explodierten nach Angaben des US-Militärkommandos in Bagdad, eine weitere vor einem Gotteshaus im südlichen Vorort Dora.

Bagdad/Mossul (dpa) - Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf christliche Kirchen im Irak sind am Sonntagabend mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Drei Autobomben explodierten nach Angaben des US-Militärkommandos in Bagdad, eine weitere vor einem Gotteshaus im südlichen Vorort Dora.

Eine fünfte Bombe richtete sich gegen eine Kirche in der nordirakischen Stadt Mossul. Eine Bombe vor einer Kirche im Bagdader Innenstadtbezirk Karrade konnte entschärft werden. Die Anschläge erfolgten innerhalb einer halben Stunde während der Sonntagabendmessen. Für die Christen im Irak ist dies der am häufigsten besuchte Gottesdienst, da der Sonntag in dem islamischen Land ein Werktag ist.

Der Vatikan äußerte sich bestürzt über die Anschläge. Es sei «furchtbar und Besorgnis erregend», sagte ein Vatikansprecher am Sonntagabend in Rom. «Es ist das erste Mal, dass christliche Kirchen im Irak zum Ziel geworden sind.» Die Anschläge irritierten nicht zuletzt, «weil die katholische Kirche in ihrer Verpflichtung für den Frieden stets in der ersten Reihe steht».

Allein bei den Anschlägen im Raum Bagdad wurden nach US- Militärangaben zehn Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. Der arabische Nachrichtensender El Dschasira zeigte Überlebende, die verstört zwischen Trümmern, brennenden Autos und Verletzten herumtaumelten. Schwarze Rauchwolken stiegen auf.

In Mossul wurden nach Polizeiangaben ein Mensch getötet und zehn verletzt. Augenzeugen sahen Krankenwagen in Richtung des Anschlagsortes fahren. Es waren die ersten Anschläge seit dem US- Einmarsch vor 16 Monaten gegen die christlichen Gemeinden im Irak. Von den rund 24 Millionen Einwohnern sind etwa 800 000 Christen.

Bereits zuvor waren bei neuen Kämpfen und Anschlägen am Sonntag mehr als 20 Menschen umgekommen, rund 90 erlitten Verletzungen. Allein zehn Menschen starben nach Krankenhausangaben in Mossul, als sich dort ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen in die Luft sprengte. Der Attentäter sei auf eine Polizeiwache zugerast, worauf Wachtposten das Feuer auf ihn eröffneten und der Wagen in etwa 20 Meter Entfernung vom Eingang explodierte, berichteten Augenzeugen.

In der Aufständischen-Hochburg Falludscha waren in der Nacht zum Sonntag neue heftige Kämpfe aufgeflammt. Die US-Luftwaffe bombardierte Ziele im Nordosten der Stadt, nachdem die Rebellen drei US-Konvois angegriffen hatten. Dabei wurden nach Angaben von Krankenhausärzten zehn Iraker getötet und 37 verletzt.

Bei einem Sprengstoffanschlag im Zentrum Bagdads starben drei Iraker. Wie das US-Militärkommando in Bagdad mitteilte, richtete sich der Anschlag gegen einen Konvoi von Geländewagen. Diese Fahrzeuge ohne Kennzeichen werden von Irakern verwendet werden, die mit dem US- Militär oder mit der irakischen Übergangsregierung zusammenarbeiten.

Ein US-Soldat wurde bei Samarra, 100 Kilometer nördlich von Bagdad, durch einen ferngezündeten Sprengsatz getötet. Zwei weitere Soldaten der Patrouille seien bei dem Zwischenfall verletzt worden, gab das US-Militärkommando weiter bekannt.

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