Elfenbeinküste
Ausländer in Sicherheit gebracht

Französische Soldaten in der Elfenbeinküste haben am Donnerstag damit begonnen, rund 800 Ausländer - zumeist Franzosen - aus der umkämpften Stadt Bouaké zu evakuieren.

HB/dpa NAIROBI/ABIDJAN. Dort waren sie seit einer Woche im Konflikt zwischen der Regierungsarmee und meuternden Soldaten gefangen. Am späten Nachmittag wurden die Zivilisten in Konvois in die Hauptstadt Yamoussoukro gebracht. Die Aufständischen hatten dafür laut BBC eine Kampfpause zugesagt. Dagegen hatte Verteidigungsminister Moise Lida Kouassi Bouaké eine Kampfzone genannt und einen baldigen Angriff auf die Aufständischen angekündigt.

Eine amerikanische C-130-Transportmaschine brachte am gleichen Tag 190 ausländische Schüler - überwiegend Amerikaner - nach Accra (Ghana) in Sicherheit. Sie waren am Vorabend unter dem Schutz französischer Soldaten aus Bouaké gerettet und zunächst auf einen französischen Militärstützpunkt nahe Yamoussoukro gebracht worden.

Augenzeugen in Bouaké, der zweitgrößten Stadt des Landes etwa 350 Kilometer nördlich von Abidjan, berichteten von über hundert Toten. Die Opfer seien in einer Kaserne gefunden worden. Loyale und abtrünnige Soldaten hatten sich dort in den vergangenen Tagen heftige Schießereien geliefert. Damit sind seit Beginn des Aufstands am 19. September fast 400 Menschen ums Leben gekommen. Während der Aufstand in Abidjan binnen Stunden niedergeschlagen wurde, befinden sich Bouaké und die nördlich davon gelegene Stadt Korhogo weiterhin in der Hand der Aufrührer.

Inzwischen trafen auch amerikanische Spezialkräfte sowie eine britische Militärmission in dem westafrikanischen Staat ein, um dort ihre Landsleute zu schützen und notfalls zu evakuieren. Nigeria hat am Donnerstag ein Vorauskommando und drei Jagdbomber in die Elfenbeinküste entsandt. Wie das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Abuja bestätigte, sollen die Soldaten unter dem Schirm der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas die Regierung von Präsident Laurent Gbagbo stärken. Auch Ghana habe ein Kontingent auf den Weg in das Nachbarland gebracht.

Tausende Zuwanderer aus Burkina Faso drängten unterdessen zurück in ihr benachbartes Heimatland. Sie flohen vor den zunehmenden Übergriffen auf Ausländer, nachdem die Regierung von Präsident Gbagbo "ein Nachbarland" mitverantwortlich für die seit einer Woche währenden Unruhen gemacht hatte.

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