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Elfmeter ärgert Bayer - Gladbach will die Wende

Ein den Gladbachern zugesprochener Strafstoß erhitzte die Gemüter in einem ansonsten Erlebnis armen Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen.

dpa MÖNCHENGLADBACH. Ein den Gladbachern zugesprochener Strafstoß erhitzte die Gemüter in einem ansonsten Erlebnis armen Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen.

Für die Borussia war es ein Weihnachtsgeschenk, für Bayer eine unschöne Bescherung, und für Schiedsrichter Lutz Wagner eine "knifflige Entscheidung". "Es war eine Sowohl-als-auch-Entscheidung, eine 50:50-Situation, über die man diskutieren kann", sagte der Referee aus Kriftel über jene umstrittenen Szene in der 69. Minute, als Bayer-Abwehrchef Jens Nowotny Borussias Stürmer Vaclav Sverkos den Ball abgejagt hatte und anschließend der Elfmeterpfiff ertönte. "Das war ein Witz. Ohne diesen Pfiff hätten wir das Ding nach Hause geschaukelt", ärgerte sich Nationalspieler Nowotny nach dem 1:1 (0:0).

Unangenehm war auch dem Tschechen Sverkos die Sache. Er beteuerte zwar, dass es keine "Schwalbe" von ihm gewesen sei, entschuldigte sich aber nach dem Abpfiff bei Nowotny: "Es tut mir Leid." Nichtsdestotrotz verwandelte er selbst den Elfmeter zum Ausgleich, nachdem Dimitar Berbatow (57.) die Gäste in Führung gebracht hatte. "Ich habe von Figo gelernt", meinte Sverkos in Anspielung auf den Star von Real Madrid, der in der Champions League kürzlich an Bayer - Torwart Jörg Butt gescheitert war.

Über den Wert der Punkteteilung für die tief im Abstiegskampf steckenden Gladbacher und die auf die Spitze schielenden Leverkusener gingen die Ansichten auseinander. "Der Punkt kann am Ende sehr wichtig sein", sagte Borussia-Chefcoach Dick Advocaat, der eine Woche nach der 0:6-Pleite bei Hertha BSC wieder etwas versöhnt war. Mit den von ihm geforderten vier neuen Spielern, die sein Club in der Winterpause holen soll, hofft er auf ein Ende der Misere: "Mit den Neuen werden wir Zuhause schwer zu schlagen sein."

Die Personalpläne schüren natürlich die Spekulationen, wer neben dem vom FC Schalke 04 verpflichteten Jörg Böhme noch kommen wird. Die Liste der Profis reicht von Thomas Buffel und Danko Lazovic (beide Feyenoord Rotterdam) über Wesley Sonck (Ajax Amsterdam) bis Vahid Hashemian (Bayern München) und Ronald Waterreus. Der 34-jährige Schlussmann von Manchester City soll das Torwart-Problem lösen. Am Sonntag gegen Bayer verbannte Advocaat Stammkeeper Darius Kampa überraschend auf die Bank und ließ erstmals Michael Melka spielen. "Das war ein Gefühl. Ich dachte, etwas anderes machen zu müssen", begründete der Niederländer die Maßnahme. Gelassen reagiert Borussia- Spielmacher Thomas Broich auf die angekündigte Einkaufs-Aktion des Vereins: "Neue Spieler müssen auch zeigen, was sie drauf haben.".

Für Borussia-Präsident Rolf Königs ist zumindest Advocaat, der seit seinem Amtsantritt am 3. November erst fünf Punkte in fünf Spielen sammelt, weiter der richtige Mann. "Er wird den Hebel an der richtigen Stelle ansetzen", meinte Königs, der ungeachtet des 15. Tabellenranges in drei bis vier Jahren einen Uefa-Cup-Platz anpeilt.

Den haben auch weiterhin die auf Rang acht liegenden Leverkusener im Visier. "Wir sind nicht im Soll und haben acht, neun Punkte zu wenig. Ich hoffe, wir kompensieren das, holen die verlorenen Punkte in der Rückrunde", sagte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler, der dem möglichen Sieg nachtrauerte. "Wir haben das 1:0 zu früh verwaltet. Mit einem Erfolg wären wir Fünfter oder Sechster." Für seinen Mittelfeldspieler Carsten Ramelow ist noch nichts verloren: "Mit dem Unentschieden kann man leben. Alles ist noch möglich."

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