Elfte Neuemission in diesem Jahr
Init: "Absolute Schmerzgrenze" beim Börsengang

Das untere Ende der Bookbuildingspanne von 5,10 Euro ist für den Anbieter von Telematik- und Zahlungssystemen für Busse und Bahnen Init AG die "absolute Schmerzgrenze". Darunter mache ein Börsengang keinen Sinn mehr, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Der Börsengang sei jedoch notwendig, damit die amerikanische Tochter für die Abgabe von Angeboten in den USA auch entsprechende Bürgschaften vorlegen könne.

dpa-AFX FRANKFURT. Die Bookbuildingspanne war zuvor auf 5,10 bis 6,40 Euro festgesetzt worden. Die Zeichnungsfrist für die Aktien läuft vom 17. bis 19. Juli. Geplanter erster Handelstag am Neuen Markt ist der 24. Juli.

Das 1983 gegründete Unternehmen rüstet Busse und Bahnen mit Bordcomputern, Software und Mobilfunksystemen aus, die ermitteln können, wo sich das Fahrzeug befindet. Aufgrund weiterer Informationen wie Fahrplan und Umgebungsplan versucht das System den Verkehr zu regeln. Als zweites Standbein vertreibt das Unternehmen Zahlungssysteme vom einfachen Euro-Münzwechsler, mobilen Fahrkartenautomaten bis hin zu kompletten Abrechnungs- und Zahlungssystemen.

Die Karlsruher Init AG wäre im laufenden Jahr die bislang elfte Neuemission am Neuen Markt. Zuletzt hatte BrainLab seinen für Anfang Juli geplanten Börsengang an den Neuen Markt unter Verweis auf das schwache Marktumfeld verschoben. Im vorbörslichen Handel per Erscheinen wurde die Init-Aktie am Montagnachmittag von der Börsenmakler Schnigge AG mit 5,50 Euro zu 6,00 Euro gestellt.



"Mit der Preisspanne haben wir eine Bewertung gefunden, die dem schwierigen Marktumfeld Rechnung trägt und das Potenzial von Init widerspiegelt", sagte Alfred Möckel, Vorstandsvorsitzender der Consors Capital Bank. Zudem sei ein Platzierungsanreiz gegenüber der von der Consors Capital Bank als fair ermittelten Preisspanne von 5,60 Euro bis 7,60 Euro berücksichtigt worden.

Von den insgesamt 2,5 Mill. Aktien stammen nach Angaben von Init zwei Mill. Papiere aus einer Kapitalerhöhung. Von den aus Altaktionärsbesitz stammenden 500 000 Anteilsscheinen seien 200 000 Aktien als Mehrzuteilungsoption vorgesehen. Nach dem Börsengang und bei vollständiger Platzierung der Reserve werde sich der Streubesitz auf 25 % belaufen. Management und Mitarbeiter haben sich den Angaben zufolge zu einer Haltefrist für ihre Aktien von 24 Monaten verpflichtet, mit der Option, 20 % der gehaltenen Papiere nach zwölf Monaten zu veräußern. Hauptaktionär des Karlsruher Unternehmens bleibe mit einem Gesamtanteil von 54 % der Aktien Unternehmensgründer und Vorstandschef Gottfried Greschner. Der Börsenwert von Init wird nach der Emission zwischen 51 und 64 Mill. Euro liegen. Neben der Consors Capital Bank gehört die Baden Bank-Württembergische dem Emissionskonsortium an.

Im Geschäftsjahr 2000 erzielte Init bei einem Umsatz von 22,9 Mill. Euro ein operatives Ergebnis (Ebit) von 2,1 Mill. Euro. Bis 2004 solle der Umsatz auf 76 Mill. Euro und das Ebit auf 13,3 Mill. Euro anwachsen, kündigte Init-Finanzvorstand Bernhard Smolka an. Smolka fügte hinzu, die Planungen seien "sehr sehr konservativ". Akquisitionen, neue Produkte, die Effekte aus dem Börsengang und die Erschließung neuer Märkte und Segmente seien darin noch nicht berücksichtigt.

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