Elitesoldaten sollen die genauen Ziele ausfindig machen
Tausend-Kilo-Bomben sollen Höhlen von Tora Bora knacken

Mit präzisen Lenkbomben wollen die USA tief in die ostafghanischen Berghöhlen vordringen. Dort wird der mutmaßliche Terroristenführer Bin Laden mit Hunderten seiner Getreuen vermutet.

afp WASHINGTON. Mit tonnenschwerem Geschütz wollen die USA den Kämpfern der Taliban und der El Kaida im Höhlenlabyrinth von Tora Bora zu Leibe rücken. Ein ganzes Arsenal von Lenkbomben wurde aufgefahren, um die schwer zugänglichen Eingänge der ostafghanischen Berghöhlen in die Luft zu sprengen. Dort wird der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden mit Hunderten seiner Getreuen vermutet. «Wir haben 250-, 500- und 1000-Kilo-Bomben, die ganz präzise in die Eingänge dieser Höhlen gelenkt werden», kündigte US-General Peter Pace in Washington an.

US-Elitesoldaten sollen die genauen Ziele ausfindig machen und dem Kommandostab präzise Informationen übermitteln. In den vergangenen Tagen hatte die US-Armee nach Angaben eines Pentagon-Beamten erstmals sogar 1,5-Tonnen-Bomben eingesetzt. Die von den USA und Israel entwickelten AGM-142-Bomben, «Have Nap», können aus 80 Kilometern Entfernung abgefeuert werden und suchen sich dann mit einer eingebauten Kamera auch in Gebirgsregionen an Hindernissen vorbei selbständig ihr Ziel.

Einige dieser Lenkbomben können sich bis zu zehn Meter durch Felsen und Erdreich bohren, bevor sie explodieren. Ob diese Durchschlagskraft in Tora Bora ausreicht, ist fraglich. «Es wird hart, wenn diese Leute das getan haben, was typisch für sie ist: sich tief in den Berg eingraben. Dann hat man es mit der gesamten Felsmasse zu tun», sagt Dan Goure vom Washingtoner Lexington Institut. Mehr als zehn Meter könnten die Lenkbomben keinesfalls schaffen.

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