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Eltern sagen im Pascal-Prozess aus

Im Pascal-Prozess vor dem Saarbrücker Landgericht hat die Mutter des Jungen am Montag bestritten, dass ihr Kind schon vor seinem mutmaßlichen Tod missbraucht wurde. Sie habe den Fünfjährigen regelmäßig beim Duschen nackt gesehen und ihm beim Waschen geholfen.

dpa SAARBRÜCKEN. Im Pascal-Prozess vor dem Saarbrücker Landgericht hat die Mutter des Jungen am Montag bestritten, dass ihr Kind schon vor seinem mutmaßlichen Tod missbraucht wurde. Sie habe den Fünfjährigen regelmäßig beim Duschen nackt gesehen und ihm beim Waschen geholfen.

Sie habe dabei aber keine Auffälligkeiten entdeckt, sagte die 45-Jährige am Montag als Zeugin in dem Mordprozess. Allerdings habe der Junge bis zu seinem Verschwinden vor drei Jahren mindestens einmal pro Woche nachts eingenässt, gab die 45-Jährige an. Pascal soll am 30. September 2001 in der Bierkneipe "Tosa-Klause" in Saarbrücken mehrfach vergewaltigt und umgebracht worden sein.

Seine Leiche wurde jedoch nie gefunden. 13 Angeklagte müssen sich wegen Mordes, schweren sexuellen Missbrauchs oder Beihilfe dazu in dem Prozess verantworten. Drei von ihnen haben bislang die Anklage bestätigt, wonach Pascal in einem Hinterzimmer der Kneipe von mindestens vier Männern vergewaltigt wurde und dabei starb. Angeblich war Pascal ebenso wie ein Spielkamerad auch zuvor mehrfach missbraucht worden, das hatte ein Angeklagter ausgesagt.

"Pascal hätte mir gesagt, wenn er negative Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht hätte", sagte dessen Mutter, die als Küchenhilfe arbeitet. Mit stockender Stimme und gefasster Haltung bestätigte sie vorherige Aussagen ihres Lebensgefährten, wonach Pascal am 30. September 2001 spurlos verschwand. Die beiden Stiefschwestern Pascals machten am Montag vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Gegen den Lebensgefährten von Pascals Mutter wird derzeit wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft am Rande der Verhandlung mitteilte. Der 49 Jahre alte Mann sagte als Zeuge vor Gericht, er habe Pascal sofort gesucht, nachdem er nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause gekommen war. Zu eigenen Besuchen in der "Tosa-Klause" machte er keine Angaben. Pascals Mutter gab aber an, dass er regelmäßig Gast dort gewesen sei. Pascal sei manchmal mit ihm da gewesen.

Die seit vier Wochen laufende Verhandlung soll am Donnerstag mit Aussagen weiterer Zeugen fortgesetzt werden, die Pascal am Tag seines Verschwindens noch gesehen haben.

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