EM-Etat des DFB ist schon mit Qualifikation zum Großteil gedeckt
Euro 2004 lässt Kassen aller Beteiligten klingeln

Nach oben scheint es keine Grenzen zu geben: Auch bei der Euro 2004 in Portugal kann die Europäische Fußball-Union Uefa mit Rekordeinnahmen rechnen. Da wollen natürlich auch die Spieler ihr Stück vom immer größer werdenen Kuchen abhaben - und erhalten es auch.

HB NYON/HAMBURG. Rekordeinnahme für die Uefa, Rekordprämien für die Teilnehmer: Die Fußball-Europameisterschaft wird zum lohnenden Geschäft für alle Beteiligten. Die Uefa beziffert die erwarteten Gesamterlöse aus TV-Einnahmen, Sponsorengelder und Marketing-Erträge mit 817 Mill. ?. Die 16 EM-Starter kassieren ein Gesamtpreisgeld von 130,8 Mill. ? und damit deutlich mehr als bei der Euro 2000 in Belgien und den Niederlanden, als "nur" 77 Mill. ? ausgeschüttet wurden.

Allein schon für die erfolgreiche Qualifikation erhält der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wie jeder Mitkonkurrent 4,9 Mill. ?, 56 % mehr als vor vier Jahren. Die weiteren Prämien sind an Erfolge gekoppelt. Jeder Gruppensieg wird mit 654000 ? belohnt, jedes Unentschieden mit der Hälfte. Der Einzug ins Viertelfinale bringt knapp zwei Mill. ?, für das Erreichen des Halbfinals gibt es weitere 2,6 Mill. ?. 6,5 Mill. ? streicht der neue Europameister ein, 3,9 Mill. ? bekommt der unterlegene Finalist. Sollte die deutsche Mannschaft alle Gruppenspiele und den EM-Titel gewinnen, würde der Siegeszug mit 18 Mill. ? fürstlich belohnt werden. Vor vier Jahren betrug das Maximum-Preisgeld rund die Hälfte (9,4 Mill. ?).

Der EM-Etat des DFB ist allerdings schon mit der Qualifikation zum Großteil gedeckt. Auf rund sechs Mill. ? beziffert DFB-Direktor Bernd Pfaff die voraussichtlichen Verbands-Unkosten für Reisen, Unterkünfte, Abstellgebühren, Versicherungen, Honorare und Prämien. 100 000 ? würde jeder Spieler im Fall des Titelgewinns erhalten, 70 000 ? gibt es für die Endspielteilnahme. 60 000 ? werden pro Mann beim Erreichen der Vorschlussrunde ausgezahlt, 35 000 für das Viertelfinale. Nur bei einem Vorrunden-Aus gehen die Spieler, Teamchef Rudi Völler sowie der Trainer- und Betreuerstab leer aus.

Die Uefa hingegen rechnet in jedem Fall mit einem dicken Plus. Die erwarteten Organisations-Kosten benennt der Dachverband, der erstmals eine EM in einem "Joint Venture" mit dem Fußball-Verband des Gastgeberlandes ausrichtet, mit 230 Mill. ?. Weitere 130 bis 200 Mill. ? werden bei einer Bank zur Deckung der eigenen Kosten bis zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz hinterlegt. Aus diesem Topf will die Uefa vor allem Nachwuchs- und Frauen-Turniere bestreiten, die sich nicht selbst finanzieren. Weitere 260 Mill. ? werden im so genannten "HatTrick-Programm" in den kommenden vier Jahren ausgeschüttet. Aus dieser Initiative werden unter anderem Ausbildungsprogramme und Baukosten für Kleinfeld-Anlagen in allen 52 Mitgliedsverbänden der Uefa subventioniert.

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