EM-Qualifikation gegen Deutschland
Färöer-Freizeitkicker setzen auf einen Sieg

Die Freizeit-Kicker von den Färöer Inseln wollen sich mit einem Sieg gegen Vizeweltmeister Deutschland beim EM- Qualifikationsspiel am Mittwoch in Tórshavn einen Platz in den heimischen Geschichtsbüchern sichern.

Hb/dpa TORSHAVN. "Das wäre das größte Sportereignis aller Zeiten für die Menschen hier", meint Nationaltrainer Henrik Larsen. Nach der knappen 2:1-Niederlage gegen die nordatlantischen Inselnachbarn Island am Pfingstwochenende in Reykjavik gibt sich der Coach selbst eher realistisch: "Klar können wir hier auch in eine haushohe Niederlage reinlaufen. Aber meine Elf wird alles für einen Sieg geben."

Ohne große Umschweife benennt der dänische Ex-Nationalspieler ein "extremes Leistungsgefälle" als Hauptproblem seiner Auswahl auf der Sturm umbrausten Inselgruppe mit alles in allem 47 000 Einwohnern. 6 000 von ihnen zahlen Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen, wohingegen der Deutsche Fußball-Bund allein schon 6 Mill. Mitglieder zählt.

Einsame Spitze unter den aktiven Spielern auf den "Schafinseln" sind Torwart Jákup Mikkelsen vom norwegischen Erstligisten FC Molde und Jón Rói Jacobsen vom dänischen Ex-Meister Brøndby Dänemark, beide aber nur als Reserve. Zwei weitere Spieler haben es immerhin in die 2. Liga in Dänemark geschafft. Alle anderen kicken daheim zwischen Mai und Oktober, trainieren zwei- bis drei Mal die Woche und freuen sich enorm, wenn zu einem Punktspiel mal mehr als 500 Zuschauer erscheinen.

Stadion ist schon lange ausverkauft

Am Mittwoch aber werden 7 000 Zuschauer im neuen und schon lange ausverkauften Tórvollur-Stadion inständig hoffen, dass die nach den Worten von Deutschlands Torhüter und Mannschaftskapitän Oliver Kahn "extremen Underdogs" gegen die Fußball-Millionäre aus Deutschland vielleicht doch das "Wunder von Landskrona" toppen können. Für die Inselbewohner ist der sensationelle 1:0-Sieg gegen Österreich 1990 im schwedischen Landskrona beim ersten internationalen Pflichtspiel überhaupt mindestens so sprichwörtlich wie für deutsche Fußballfans das "Wunder von Bern" mit dem WM-Titel 1954.

"Seit Landskrona hat sich viel geändert, und zwar zu unseren Gunsten", sagt Larsen selbstbewusst. Damit meint er nicht nur die Anlage von "richtigen Grasplätzen" nebst Stadionneubau, die Verlegungen ins Ausland wie noch gegen die Österreicher überflüssig machen. Tatsächlich hatte beim Hinspiel gegen die Deutschen in Hannover nur der Pfosten hinter dem schon geschlagenen Kahn den 2:2- Ausgleich für die "Färinger" in letzter Minute verhindert. Der 36- jährige Trainer erzählt seinen Spielern auch gern von eigenen Erfahrungen mit Deutschland als Favorit. 1992 gehörte Larsen als Abwehrspieler zur dänischen Überraschungself beim 2:0-Finalsieg gegen Deutschland.

In Torshavn steht ihm in Todi Jønsson der mit Abstand beste Fußballer von den "Schafsinseln" nicht zur Verfügung. Der will nur noch für seinen dänischen Club FC Kopenhagen antreten und hat sich damit auf den Inseln den Ruf gründlich ruiniert hat. Noch zu jung für das "Spiel der Spiele" am Mittwoch ist das 17-jährige Supertalent Ingi Højsted von Arsenal London.

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