EM.TV
Haffa bleibt trotz 2,8 Milliarden-Verlust Optimist

Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV sieht seine Existenz trotz Milliardenverlusten im Jahr 2000 auch in Zukunft gesichert. Das skandalgebeutelte Unternehmen teilte am Montag mit, im vergangenen Jahr sei vor allem wegen hoher Abschreibungen im Konzern ein Fehlbetrag von 2,8 Mrd. DM angefallen.

bue DÜSSELDORF. Mit dem Fehlbetrag seien sämtliche Belastungen verarbeitet, teilte EM.TV-Chef Thomas Haffa am Montag in München mit. "Es ist extrem schmerzhaft, aber wir schaffen eine Basis für die Zukunft", sagte Haffa weiter. Die Existenz des angeschlagenen Unternehmens sei nicht in Gefahr, das Eigenkapital im Konzern belaufe sich auf 1,5 Mrd. DM. "Wir haben reinen Tisch gemacht", betonte der Konzern-Lenker, der wegen der akuten Finanzschwierigkeiten im März Teile der Formel-Eins-Rechte an den Kirch-Konzern verkauft hatte.

Haffa meidet Prognose für Gesamtjahr

Nach den Milliardenverlusten im Jahr 2000 verlief auch der EM.TV-Start ins neue Jahr schlecht. "Wir werden keine befriedigenden Zahlen für das erste Quartal liefern können", sagte Haffa. Das operative Geschäft habe seit vergangenem Oktober stark unter der sich verschärfenden Krise gelitten. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2001 wollte Haffa nicht abgeben.

Der Konzern habe die Konsequenzen des schnellen Wachstums überschätzt, räumte Haffa ein. Die Kontrollmechanismen seien nicht ausreichend gewesen, das operative Geschäft vernachlässigt worden. Hauptursache für den immensen Verlust war die Neubewertung von Beteiligungen. Nun sei ein Neuanfang möglich. Der Verlust war deutlich höher, als von Analysten erwartet. Der Abschluss ist noch nicht vollständig testiert.

Umsatz auf 1,3 Milliarden DM gestiegen

Der EM.TV-Umsatz stieg von 324 Millionen DM auf 1,3 Milliarden DM. Der Anstieg ist in erster Linie auf die erstmalige Einbeziehung von Zukäufen zurückzuführen. So stieg EM.TV im vergangenen Jahr bei der Formel 1-Vermarktung und bei der Jim Henson Company («Muppetshow») ein. Wegen der hohen Kaufpreise waren nun Neubewertungen in Milliardenhöhe notwendig. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sank nach Angaben von Finanzvorstand Rolf Rickmeyer von plus 223 Millionen DM auf minus elf Millionen DM.

Die EM.TV & Merchandising AG (München) hatte im vergangenen Herbst ihre Ziele für 2000 drastisch nach unten korrigiert. Ende des Jahres schloss der angeschlagene Konzern eine Allianz mit der KirchGruppe. Kirch übernahm 25 Prozent der Stimmrechte an EM.TV und stieg bei der Formel 1-Vermarktung ein. Im Gegenzug erhielt EM.TV eine Finanzspritze in Milliardenhöhe.

Totalverkauf der Jim Henson Company möglich

Haffa kündigte weitere Portfolio-Bereinigungen an. Nach dem Einstieg der Kirch-Gruppe müsse die Beteiligung an der Tele München Gruppe aus kartellrechtlichen Gründen verkauft werden. EM.TV stehe hier aber nicht unter Druck. Bei der defizitären Jim Henson Company gebe es auch Alternativen zum Totalverkauf. So könne ein strategischer Partner gesucht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%