EM.TV und Broadvision im Mittelpunkt
Am Neuen Markt ist weiter Vorsicht geboten

Die Blue Chips am Neuen Markt haben die psychologisch wichtige Marke von 1 500 Punkten bis zum frühen Nachmittag nicht überspringen können, gewannen aber angesichts der Oracle-Quartalszahlen ein Prozent hinzu. "Es bleibt aber Vorsicht geboten. Bei der nächsten Hiobsbotschaft verkaufen alle wieder ganz schnell", sagte ein Händler mit Blick auf die angespannte Stimmung unter den Anlegern.

Reuters FRANKFURT. Am Montag nach US-Börsenschluss hatte der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle bekannt gegeben, im vierten Quartal 2000/01 einen mit 15 Cents (Vorjahresquartal 15) je Aktie höheren Gewinn als von Analysten erwartet erwirtschaftet zu haben. Analysten hatten zuvor mit einem allerdings bereits nach unten revidierten Gewinn von 14 Cents pro Anteilsschein gerechnet. Im Mittelpunkt standen die Papiere von EM.TV und Broadvision.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index legte bis zum frühen Nachmittag 1,04 % auf 1 576 Punkte zu. Der Auswahlindex Nemax50 kletterte um 1,84 % auf 1 487 Zähler, nachdem die Blue Chips zeitweise bereits 1 497 Punkte erreicht hatten. Am Vortag hatten beide Indizes mehr als ein Prozent an Wert eingebüßt. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte den Handel 1,96 % leichter bei 1 988 Punkten verlassen und fiel damit erstmals seit Mitte März wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 2 000 Punkten. Positive Impulse kamen Händlern zufolge vom Nasdaq-Future, der am frühen Nachmittag deutlich mit 32,5 Punkten im Plus stand. Eine freundlichere Eröffnung der amerikanischen Computerbörse sei daher wahrscheinlich, hieß es.

Im Mittelpunkt standen die Papiere der EM.TV & Merchandising AG , die um knapp sechs Prozent auf 2,76 Euro zulegten. Am Vormittag hatte das Münchener Medienunternehmen bekannt gegeben, sich aus dem verlustbringenden Internet-Geschäft zurückzuziehen. Die Tochter Junior GmbH-Web werde an die Victory Media Gruppe übertragen, teilte EM.TV mit.

Medienwerte unter den Verlierern

Um ebenfalls knapp sechs Prozent auf 5,33 Euro stiegen die Papiere von Broadvision . Händler sagten, Broadvision reagiere sensibler auf die Oracle-Zahlen als andere Werte am Markt. Die Anleger setzten kurzfristig auf eine Besserung der Software-Branche, hieß es.

Auf der Seite der Kursverlierer ragten die Medienwerte Kinowelt, Highlight Communications und Senator heraus. Am Vortag hatte Kinowelt auf der Hauptversammlung weitere Sonderbelastungen nicht ausschließen können. Das drücke auch die anderen Medientitel, sagte ein Händler. Die Kinowelt -Aktie verlor knapp 15 % auf 2,85 Euro. Die sich seit fast drei Monaten weitgehend parallel entwickelnde Highlight-Aktie büßte mehr als zwölf Prozent auf 4,04 Euro ein. Senator Entertainment verringerte sich um über elf Prozent auf 5,50 Euro. Zusätzlich stuften die Analysten von UBS Warburg die Aktie des Filmproduzenten auf "Sell" von zuvor "Hold" herunter.

Insgesamt verzeichneten am Dienstag 29 der 50 Blue Chips am Markt Kursgewinne.

Kabel New Media unter Druck

Am breiten Markt stiegen die Titel der Orbis AG bei dünnen Umsätzen um mehr als 22 % auf 4,95 Euro. Händler führten den Anstieg auf eine große Kauforder zurück, die den Kurs treibe. Ohne für Händler zunächst ersichtlichen Grund stiegen die Papiere von Caatoosee um über 26 % auf 7,25 Euro.

Größter Kursverlierer bis zum frühen Nachmittag waren jedoch die Anteilsscheine von Kabel New Media, die um fast 37 % auf 1,80 Euro fielen. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben nicht wie vorgesehen die Gewinnzone im vierten Quartal 2000/01 erreichen. Vielmehr rechnet die Gesellschaft im Gesamtjahr mit einem Verlust von 115 bis 130 Mill. Euro.

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