EM-Vorbereitungsspiel
Uefa macht mit Dopingkontrollen Ernst

Unangemeldet haben Uefa-Kontrolleure einen Tag vor dem letzten EM-Vorbereitungsspiel gegen Serbien die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Kaiserau besucht. Zehn Spieler mussten Blut- und Urinproben abgeben. Sie stehen nicht unter einem Verdacht, vielmehr wurden sie ausgelost. Die Uefa macht also mit ihrer Ankündigung Ernst, die Doping-Kontrollen auszuweiten.

HB KAISERAU. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, waren die Kontrolleure am Freitagabend in der Sportschule Kaiserau zu Gast. Im Beisein von Mannschaftsarzt Tim Meyer wurden zehn Spieler ausgelost, die sowohl Blut- als auch Urinproben abgeben mussten. Das Ergebnis der Dopingkontrollen, die die Uefa für die Euro 2008 erheblich ausgeweitet hat, teilt die Europäische Fußball-Union (Uefa) dem DFB in den nächsten Tagen mit.

Erstmals nimmt die Uefa bereits vor einer Europameisterschaft Tests vor. Ebenfalls zum ersten Mal werden bei einer EM auch Blut- Kontrollen durchgeführt. Bei jedem der 16 Endrunden-Teilnehmer hatte die Uefa eine unangemeldete Doping-Kontrolle im Vorfeld angekündigt; im DFB-Vorbereitungsquartier auf Mallorca waren die Fahnder nicht zu Besuch.

Die Test-Resultate der unangemeldeten Kontrollen sollen noch vor dem EM-Eröffnungsspiel am 7. Juni vorliegen, mögliche Doping-Sünder könnten damit vor dem ersten Anstoß bestraft und ausgeschlossen werden. Während des Turniers werden bei jedem der 31 Spiele Kontrollen durchgeführt. Pro Partie werden jeweils zwei Akteure pro Mannschaft getestet. Das ergibt 124 Tests. Zwölf Uefa-Dopingkontrolleure werden im Einsatz sein. Die Proben kommen ins Labor nach Lausanne. Spätestens 48 Stunden danach erhält die Uefa die Testergebnisse.

Der DFB hatte die Ausweitung der Doping-Kontrollen, rund 300 sind durch die Uefa geplant, begrüßt. „Durch die Bluttests wird das Auffinden verbotener Substanzen wahrscheinlicher. Aber es wird nicht in dem Maße wahrscheinlicher, wie das viele gerne glauben wollen“, hatte Meyer auf der Ferieninsel in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa erklärt. „Urin ist auch weiterhin das wichtigste Material, um Doping-Substanzen nachzuweisen. Es ist ein Fortschritt, dass man Bluttests durchführt, aber kein Quantensprung.“ Bluttests hatte es schon bei der WM 2006 in Deutschland gegeben.

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