Emission angeblich schon überzeichnet
Infineon-Kapitalerhöhung kommt

Intraday-Chart: So reagiert die Aktie

Reuters MÜNCHEN. Die geplante Kapitalerhöhung des Halbleiter-Herstellers Infineon wird nach Angaben aus Bankenkreisen trotz des niedrigen Aktienkurses auf jeden Fall durchgeführt. "Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass die Kapitalerhöhung kommt", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag einen Insider.

60 Mill. Aktien sollen rund 1,5 Milliarden Euro bringen

Das Angebot von bis zu 60 Millionen neuer Aktien, das noch bis Donnerstagabend läuft, sei überzeichnet. Marktteilnehmer schätzen den Preis für die Papiere auf 24 bis 25 Euro, was Infineon 1,44 bis 1,50 Milliarden Euro einbrächte. Am Donnerstag legte die Infineon-Aktie im Zuge eines weltweit freundlichen Marktumfelds für Technologiewerte zu. Weiter hieß es aus den Bankenkreisen, Infineon habe sich mit der Siemens-Tochter Osram vertraglich auf den Verkauf seines Anteils an dem Gemeinschaftsunternehmen Osram Opto Semiconductors geeinigt.

Letzte Zweifel bleiben

Ein Infineon-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Aussichten für die Kapitalerhöhung ab. Der Chipproduzent will mit den Erlösen aus der Kapitalerhöhung vor allem seine Investitionen in die neue 300-Millimeter-Chip-Fabrik in Dresden sichern und kurzfristige Schulden tilgen. Wegen der derzeit niedrigen Aktienkurse von Technologiewerten gibt aber immer noch letzte Zweifel daran, ob Infineon die Kapitalmaßnahme wirklich durchziehen wird.

Ausgabepreis für den späten Abend erwartet

Erst am Mittwoch waren die Infineon-Aktien auf ein Rekordtief von 24,14 Euro gefallen. Vorstandschef Ulrich Schumacher hatte vor Beginn der Präsentationen vor institutionellen Anlegern als Ziel einen Ausgabepreis von rund 27 Euro und einem Erlös von 1,7 Milliarden Euro genannt. Der Preis soll am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA ermittelt und anschließend bekannt gegeben werden. Am Donnerstag stiegen die Infineon-Papiere um 3,5 Prozent auf 25,65 Euro.

Verhandlungen mit Osram noch offen

Bei dem bereits im Herbst angekündigten Ausstieg aus dem Leuchtdioden-Unternehmen Osram Opto will Infineon nach den Angaben aus Bankenkreisen seinen 49-prozentigen Anteil noch in diesem Jahr an Osram verkaufen. Der Preis liege bei über 500 Millionen Euro, hieß es. Sprecher von Infineon und Osram lehnten einen Kommentar ab und bezeichneten die Angaben als Gerüchte. Infineon verhandelt bereits seit Ende 2000 mit Osram.

Der seit längerem geplante Schritt stehe in keinem Zusammenhang mit dem gegenwärtigem Kapitalbedarf, hatte ein Infineon-Sprecher betont. Der Ausstieg sei Teil der lange geplanten Portfolio- Bereinigung. Die Osram Opto stellt im bayerischen Regensburg Leuchtdioden für die Auto- und die Kommunikationsbranche sowie Infrarot-Bauelemente her. Schumacher hatte bereits im Herbst angekündigt, sich von der Optoelektronik trennen zu wollen. Osram misst dem Geschäft dagegen nach eigenen Angaben einen hohen Stellenwert bei. Im Geschäftsjahr 1999/2000 hatte Osram Opto 281 Millionen Euro umgesetzt. Erst im Dezember wurde der Grundstein für eine weitere Fabrik gelegt, die 120 Millionen Euro kosten soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%