Emissionshaus Lloyd Fonds und Hamburger Finanzbehörde einigen sich
Kompromiss zur Abschreibung von Schiffen

Das Schiffsemissionshaus Lloyd Fonds hat "ein Etappenziel in der Diskussion mit dem Finanzamt erreicht". Im Streit um die Dauer der Abschreibung (AfA) für das Fonds-Schiff "Wehr Schulau" einigte sich Lloyd Fonds nach eigenen Angaben mit der Behörde auf eine Periode von 15 Jahren.

rrl DÜSSELDORF. Im Prospekt zur Beteiligung für das gebraucht erworbene Containerschiff ging Lloyd Fonds von zehn Jahren AfA-Dauer aus. Die Hamburger sahen diesen Ansatz durch eine Verwaltungsanweisung zur AfA von Gebrauchtschiffen gedeckt. Allerdings setzten sie für das 1999 gebaute und ein Jahr später für gut 31 Mill. Euro gekaufte Schiff eine Nutzungsdauer von 14 Jahren und danach einen Veräußerungserlös von 50 % an. Das Finanzamt leitete daraus - auf Basis einer anderen Anweisung - eine Nutzungsdauer von 28 Jahren ab. Diese Weisung sagt, dass die AfA-Periode dem Betriebskonzept entsprechen muss. Die Logik: Ein Schiff, das nach 14 Jahren noch den halben Anschaffungserlös erzielt, kann offensichtlich 28 Jahre eingesetzt werden.

Der ursprüngliche Steuerbescheid, gegen den Lloyd Fonds Einspruch einlegte, schreckte die Branche auf. Sie befürchtete künftig generell deutlich längere AfA-Zeiten und damit Absatzprobleme. Denn für die auf Steuervorteile erpichten Schiffsfonds-Anleger bedeuten längere AfA-Zeiten niedrigere Anfangsverluste und geringere Steuergutschriften. Die Branche will in diesem Jahr wie im Vorjahr 1,4 Mrd. Euro Fonds-Eigenkapital einwerben.

"Der ganze Missstand kommt daher, dass es keine neuen amtlichen Abschreibungstabellen für Schiffe gibt", sagt Hans-Jürgen Weiland, Einkommensteuerreferent bei der Hamburger Finanzbehörde. Neubauten waren laut Afa-Tabelle bisher innerhalb von zwölf Jahren abzuschreiben. Weiland verweist darauf, dass die meisten Schiffsfonds-Anbieter von selbst AfA-Perioden von 15 Jahren wählen und als Verkaufserlös den Schrottwert ansetzen. Genau so verfährt Lloyd Fonds nun auch beim aktuellen Angebot "Wehr Falkenstein", einem ebenfalls gebraucht erworbenen Schwesterschiff der "Wehr Schulau".

In der Branche vermutet man, dass Lloyd Fonds mit dem prognostizierten hohen Schiffsrestwert die Finanzverwaltung provoziert hat. Mit hohen Restwert-Prognosen lassen sich auch die Schlussausschüttungen nach oben manipulieren. Die "Wehr Schulau" soll noch rund 86 % Ausschüttung auf das Nominalkapital abwerfen, die "Wehr Falkenstein" nur noch knapp 8 %.

Quelle: Handelsblatt

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