Emissionshaus reagiert auf Talfahrt mit Kurswechsel hin zu einer Investmentgesellschaft
Gold-Zack will Technologiezentren betreiben

DÜSSELDORF. Die Gold AG, -Zack Mettmann, will sich von einem reinen Emissionshaus zu einer Investmentgesellschaft für den technologisch orientierten Mittelstand wandeln. "Wir werden auch Technologiezentren aufbauen und betreiben," sagte Gold-Zack-Chef Dietrich Walther dem Handelsblatt.

Mit der Gründung eines ersten Technologiezentrums im niederländischen Heerlen bei Aachen will Gold-Zack etwas für die Qualität im Portfolio tun. In Ostdeutschland führt Walther Gespräche mit zwei weiteren Universitäts-Städten, darunter Rostock.

"Wir wollen die jungen Unternehmen stärker an die Hand nehmen," umschreibt Walther die strengere Auswahl der künftigen Börsenkandidaten. Wichtigster Service bleibt aber die Geldbeschaffung: Erstmals stellt Gold-Zack Mehrheitsbeteiligungen in Aussicht. Heben will Gold-Zack dann die goldenen Eier im Technologie-Nest. Sei es über die Börse oder andere "Exits".

"Technologiezentren in Eigenregie sind ein exzellenter Zugang zum Folgegeschäft," sagt Walther. Das wittert er auch bei Großbanken. Gold-Zack dient sich als Partner an, "der sich um das Geschäft der Bank-Beteiligungen kümmert." Die Investmentfirmen der Banken hätten dazu oft kaum die Möglichkeit. Mancher verpatzte Börsengang erkläre sich durch fehlende Beratung.

Hintergrund der Kurskorrektur: Gold-Zack will das Image eines reinen Kapitalanlegers abstreifen. Kein Wunder: Unternehmen an die Börse zu bringen, ist im Augenblick kein besonders lukratives Geschäft. Analysten wittern bereits das Ende eines in den letzten Jahren boomenden Risiko-Kapital-Geschäfts. Die Aktien der Anlagefirmen stürzen in den Keller.

Gold-Zack liegt hier im Trend. Nach Ausflügen bis an die 30 Euro-Marke im Sommer 2000 brach die Aktie auf aktuell 9,50 Euro ein. Schlimmer noch, auch das Ergebnis ist unter Druck geraten: Walther hat beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit im November die Gewinnprognose für 2000 von 220 Mill. DM auf 200 Mill. DM "abzüglich außerordentlicher Kosten, wie zum Beispiel für eine Wandelanleihe", nach unten korrigiert. Zur Erinnerung: Mitte 2000 hatte Gold-Zack die Prognose von 170 auf 220 Mill. DM angehoben.

Walther muss reagieren, will er vor allem institutionelle Anleger für die Aktie begeistern. Unter den 30 000 Namens-Aktionären sind etwa 40 institutionelle, die 15 % am Streubesitz von 40 % halten. "Eine relativ kleine Zahl," räumt Walther ein. Böse Zungen sehen in der Aktie ohnehin nur die Eintrittskarte in den Gold-Zack-Club, dessen Mitglieder bei Börsengängen der Beteiligungsfirmen bevorzugt werden.

Die frohe Botschaft an die Börse lautet daher: Gold-Zack stellt sich neu auf und verbreitert das Geschäft. Der Vorstand wurde bereits erweitert und Gold-Zack eine neue Struktur verpasst. Nun wird das Geschäft aufpoliert.

Walther, Firmengründer und langjähriger Alleinvorstand, plant auch für sich den "Exit". Im April wird Christian Stolorz, bisher Chef bei CSC Ploenzke, Vorstandschef der Gold-Zack. Walther wechselt in den Aufsichtsrat, steht aber für "Sonderaufgaben" bereit.

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