Emissionsvolumen von 1,05 bis 1,2 Mrd Mark.
AWD-Aktien kosten zwischen 54 und 62 Euro

adx FRANKFURT/MAIN. Mit einem Preis zwischen 54 bis 62 Euro pro Aktie geht der Finanzdienstleister Allgemeine Wirtschaftsdienste AWD Holding AG (Hannover) an die Börse.

Die Zeichnungsfrist beginnt ab sofort und endet am 13. Oktober, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Die Notierung erfolgt im amtlichen Handel voraussichtlich am 17. Oktober an den Börsen in Frankfurt und Hannover. Vorstandsvorsitzender Carsten Maschmeyer schloss die Notierung am Neuen Markt aus. Das Emissionsvolumen beläuft sich bei 9,9 Millionen Aktien auf 1,05 bis 1,2 Milliarden Mark. Bis zu 26,2 Prozent sollen sich nach dem Börsengang in Streubesitz befinden, sagte Maschmeyer. Die Beschäftigten des "unabhängigen Finanzoptimierers" (Eigenwerbung) erhielten rund ein Fünftel der Aktien, die Familie Maschmeyer bleibe Mehrheitsaktionär mit rund 53 Prozent.

Die erwarteten Einnahmen aus dem Börsengang will der AWD insbesondere für den weiteren Ausbau seiner Verkaufsaktivitäten nutzen. Schon Ende des Jahres sollen Kunden auch über das Internet Verträge abschließen können. Nach vier Akquisitionen im vergangenen und diesem Jahr kündigte Maschmeyer weitere Firmenübernahmen an. Dabei soll nicht nur im bisherigen Verbreitungsgebiet Deutschland, Schweiz und Österreich, sondern «europaweit der Markt durchleuchtet» werden.

Der AWD fuhr auch im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Rekordergebnis ein. Die Umsatzerlöse seien um 37 Prozent auf 302 Millionen Mark gestiegen, sagte Finanzvorstand Ralf Brammer. Gar um 173 Prozent sei der Konzernüberschuss auf 24 Millionen Mark gewachsen. Brammer sagte, er gehe davon aus, dass das hohe Niveau des 1. Halbjahres auch in der zweiten Jahreshälfte erreicht werde, «jedenfalls nicht darunter».

Der 41-jährige Vorstandschef hatte den AWD 1988 als "ganzheitlich orientierten Allfinanzdientleister" gegründet und verkauft heute mit rund 2.300 Beratern in den drei deutschsprachigen Ländern eine Palette von über 200 Finanzprodukte. Dazu gehören Versicherungen, Fonds und Immobilien. Er betonte, dass der AWD auch nach dem Börsengang "seine Unabhängigkeit als bedeutende Kernkompetenz" wahren werde.

Konkurrent erhebt Vorwurf über "unwahre Werbung"

Nach dem Vorwurf des Konkurrenten Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) über "unwahre Werbung" ändert der AWD jedoch seine Außendarstellung. Es sei "kein Zufall", dass die DVAG kurz vor dem Börsengang von AWD eine Anzeige juristisch angehe, die "seit zwei Jahren geschaltet" wird, kritisierte Maschmeyer. Gegen die Anzeige, in der AWD für sich als "Marktführer" und "Europas größter unabhängiger Finanzdienstleister" wirbt, hatte die DVAG am Montag beim Landgericht Frankfurt am Main eine einstweilige Verfügung erwirkt. Sie verbietet dem AWD unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 500.000 Mark diese Behauptungen. Die Aussagen von AWD entsprächen nicht den Fakten und Daten, begründete die DVAG ihre Klage.

Maschmeyer sagte, man halte sich an das Gesetz und überlasse die Bewertung der Aktion des Konkurrenten dem Publikum. Vorsichtshalber bezeichnet sich das Unternehmen nun als "einer der größten unabhängigen Finanzdienstleister in Europa". Der Generalbevollmächtigte der Deutschen Vermögensberatungs AG in Frankfurt am Main, Friedhelm Ost, fuhr schwere Geschütze gegen den Konkurrenten auf: "Mit falschen Informationen begleitet der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) seinen Börsengang. Damit wurden potenzielle Aktienkäufer bewusst getäuscht." Ost erklärte, die DVAG sei "weltweit" Marktführer. Rhetorisch fragte er, ob die vom AWD "seit langem betriebene Falschinformationsmasche" gar ein Fall für die Börsenaufsicht sei.

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