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Emotionale Explosion in Mainz - 1. Liga «aufmischen»

Mainz (dpa) - Die Stadt hat den Ausnahmezustand ausgerufen und Mainz liegt seinen Aufsteigern zu Füßen. «Was hier ab geht, ist unbeschreiblich», jubelte Trainer Jürgen Klopp an dem Tag, der die Geschichte des «ewigen» Fußball-Zweitligisten FSV Mainz 05 völlig verändert hat.

Mainz (dpa) - Die Stadt hat den Ausnahmezustand ausgerufen und Mainz liegt seinen Aufsteigern zu Füßen. «Was hier ab geht, ist unbeschreiblich», jubelte Trainer Jürgen Klopp an dem Tag, der die Geschichte des «ewigen» Fußball-Zweitligisten FSV Mainz 05 völlig verändert hat.

«Das ist eine emotionale Explosion. Es gibt keinen schöneren Tag», ergänzte Präsident Harald Strutz nach dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg des Mainzer Clubs. Über 20 000 Fans sangen und schunkelten wie sonst am Rosenmontag in der Fastnachts-Hochburg. Mehr als 50 000 warteten nach feucht-fröhlicher Nacht in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, um ihren «Lieblingen» auf dem Gutenbergplatz zu huldigen. Mainz ist nach 15 Jahren Zweitklassigkeit und nach dem zuletzt nur um 1 Punkt oder 1 Tor verpassten Aufstieg der 49. Bundesligist, der den erstklassigen Titel führen darf.

«Drei Jahre so ein Zeug zu machen und es dann so zu schaffen. Unglaublich», krächzte Klopp, der Diplom-Sportlehrer ohne Bundesliga-Trainerlizenz, der ausgerechnet am Aschermittwoch 2001 vom Spieler zum Trainer befördert worden war, um Mainz vor dem drohenden Abstieg zu retten. «An die Bundesliga denke ich erst, wenn ich wieder nüchtern bin», wehrte Klopp alle Fragen nach der nahen Zukunft ab.

Dafür schickte der gebürtige Schwabe seinen Dank an den Karlsruher SC und Connor Casey, der das 1:0 gegen Alemannia Aachen erzielte und damit dem FSV überhaupt erst den Aufstieg möglich gemacht hatte. «Casey, ich adoptiere Dich», «lachte» der FSV-Coach in die Kameras.

«Wer glaubt, dass wir jetzt große Stars holen, ist schief gewickelt. Die verbreiten nicht die große Lust, wie wir es uns vorstellen», sagte der 40-jährige Manager Christian Heidel, der das Anforderungsprofil für geplante Verstärkungen mit «jung und doch schon erfahren, Leidenschaft, Laufbereitschaft und Kampf» beschrieb.

Kandidaten werden schon gehandelt. Der zur Zeit an Absteiger Eintracht Frankfurt ausgeliehene Leverkusener Christoph Preuß gehört ebenso dazu wie Jung-Nationalspieler Hanno Balitsch (Leverkusen) und der nach Köln gewechselte Torjäger Andrej Woronin, der allerdings in Leverkusen als Neuzugang gehandelt wird. Heidel hat aber vor alle Spekulationen um neue Spieler Gespräche mit den eigenen angesetzt. «Jeder, der geholfen hat, aufzusteigen, erhält ein seriöses Angebot», sagte der Manager. Torjäger Michael Thurk aber, der unbedingt in der 1. Liga spielen wollte, setzte aufs falsche Pferd und muss seinen bereits unterschriebenen Vertrag bei Energie Cottbus erfüllen.

Der ausgeliehene Manuel Friedrich wird am 1. Juli wieder beim Meister Werder Bremen antreten. «Leider haben wir nicht so viel Geld, dass Manuel bleiben kann», sagte Klopp. «Finanziell gibt es keine Klimmzüge. Wir arbeiten seriös und versuchen alles, um mehr als eine Saison im Oberhaus zu bleiben», ergänzte Heidel. Der Etat wird mit 20 Millionen Euro im Vergleich zur 2. Liga verdoppelt.

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